| name | ki-einsatz-verwaltungsverfahren-pruefung |
| description | Pruefung der Anforderungen an den Einsatz eines KI-Systems in einem Verwaltungsverfahren. Methodik Risikoeinstufung nach der EU-KI-Verordnung Pruefung von Transparenz- Dokumentations- und Aufsichtspflichten. Output ausformulierte Einordnung mit Risikoklasse und offenen Pflichten. |
Dieser Skill ersetzt keine rechtliche, datenschutzrechtliche oder
IT-sicherheitsrechtliche Einzelfallpruefung durch die zustaendige
Fachstelle (z. B. Rechtsamt/Justiziariat, Datenschutzbeauftragte,
IT-Sicherheitsbeauftragte) und keine verbindliche Entscheidung der
zustaendigen Behoerde. Die Ausgabe ist eine Arbeitshilfe ohne Gewaehr. Im
Einzelfall ist die zustaendige Fachaufsicht, die bzw. der
Datenschutzbeauftragte oder die Rechtsabteilung zu konsultieren.
Pruefung des KI-Einsatzes in einem Verwaltungsverfahren
Zweck / Anwendungsfall
Pruefung, welche Anforderungen nach der EU-Verordnung ueber Kuenstliche
Intelligenz (KI-Verordnung, AI Act) an den Einsatz eines konkreten
KI-Systems in einem Verwaltungsverfahren gestellt werden. Der Skill wird
genutzt, wenn eine Behoerde ein KI-gestuetztes System (z. B. zur
Antragsvorpruefung, Texterkennung, automatisierten Entscheidungsunterstuetzung)
einfuehren oder einen laufenden Einsatz pruefen moechte.
Eingaben
- Beschreibung des KI-Systems und seines Einsatzzwecks im
Verwaltungsverfahren (z. B. Vorpruefung, Klassifizierung, Texterstellung,
Entscheidungsunterstuetzung).
- Angabe, ob das System eine eigenstaendige Entscheidung trifft oder
ausschliesslich eine menschliche Entscheidung vorbereitet.
- Angabe, ob besonders schutzbeduerftige Betroffene oder Grundrechte
beruehrt sind (z. B. Sozialleistungen, Strafverfolgung, Migration,
Bildung).
- Informationen zum Einsatzkontext (oeffentliche Stelle, Verwendung als
Hochrisiko-Anwendung im Sinne der KI-Verordnung moeglich).
- Vorhandene Dokumentation des Anbieters (technische Dokumentation,
Konformitaetserklaerung, falls vorhanden).
Ablauf / Checkliste
- Sachverhalt aufbereiten: KI-System, Einsatzzweck und Rolle der Behoerde
(Anbieter, Betreiber/Nutzer) erfassen.
- Risikoeinstufung nach der KI-Verordnung pruefen: verbotene Praktik,
Hochrisiko-System, System mit Transparenzpflichten, oder
minimal-risikobehaftetes System.
- Bei Einstufung als Hochrisiko-System pruefen, welche Pflichten fuer
Betreiber oeffentlicher Stellen einschlaegig sind (u. a. Registrierung,
Grundrechte-Folgenabschaetzung, menschliche Aufsicht).
- Transparenzpflichten pruefen (Informationspflicht gegenueber
Betroffenen, Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten, soweit
einschlaegig).
- Dokumentations- und Protokollierungspflichten pruefen (Nachvollziehbarkeit
der Entscheidungsfindung, Aufbewahrung von Protokollen).
- Aufsichts- und Kontrollmechanismen pruefen (Zustaendigkeit der
Marktueberwachungsbehoerde, interne Kontrollprozesse, Beschwerdewege fuer
Betroffene).
- Schnittstelle zu Datenschutzanforderungen benennen (Verhaeltnis zur
datenschutzrechtlichen Pruefung, ggf. zusaetzliche
Datenschutz-Folgenabschaetzung).
- Ergebnis mit Risikoklasse und offenen Pflichten ausformulieren.
Quellenpflicht
Verbindlich: ../../../references/zitierweise-verwaltung.md. Keine
Blindzitate zu Beschlussnummern, Versionsstaenden oder Paragrafen — diese
sind vom Nutzer zu verifizieren oder als pruefungsbeduerftig zu
kennzeichnen.
Ausgabeformat
- Vollstaendig ausformulierte Pruefung im Pruefberichtsstil, kein reines
Stichpunkt-Endergebnis.
- Stand-Datum angeben.
- Klar abgegrenztes Ergebnis am Ende ("Ergebnis: ...").
- Hinweis auf verbleibende Unsicherheiten.
Beispiele
Beispiel (FIKTIV): Eine fiktive Behoerde plant den Einsatz eines
KI-Systems zur automatisierten Vorpruefung von Antraegen auf eine
Sozialleistung, dessen Ergebnis als alleinige Entscheidungsgrundlage ohne
weitere menschliche Pruefung dienen soll. Die Pruefung ergibt eine
voraussichtliche Einordnung als Hochrisiko-System im Sinne der
KI-Verordnung wegen der Betroffenheit von Sozialleistungsanspruechen.
Empfohlen werden eine Grundrechte-Folgenabschaetzung, die Einrichtung einer
wirksamen menschlichen Aufsicht vor der Bescheiderteilung und eine
gesonderte datenschutzrechtliche Pruefung.
Normen und Standards
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung/AI Act), Versionsstand und
Anwendbarkeitsdatum der jeweiligen Vorschrift vor Verwendung verifizieren.
- Allgemeine Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), insbesondere Vorschriften
zur automatisierten Entscheidungsfindung.
- Nationales Durchfuehrungs-/Aufsichtsgesetz zur KI-Verordnung, soweit
vorhanden (Fundstelle vor Verwendung verifizieren).
- Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) hinsichtlich Begruendungspflichten
bei automatisiert unterstuetzten Entscheidungen.