| name | serviceorientierte-verwaltungsleistung-redesign |
| description | Leitet strukturiert durch das nutzerzentrierte Redesign einer bestehenden Verwaltungsleistung aus Buergerperspektive mit Pruefung von Prozessschritten und Medienbruechen. Methodik Sachverhaltsaufbereitung Einordnung Anforderungen Umsetzungsschritte Ergebnis. Output ausformuliertes Redesign-Konzept mit priorisierten Massnahmen. |
Dieser Skill ersetzt keine rechtliche, datenschutzrechtliche oder
IT-sicherheitsrechtliche Einzelfallpruefung durch die zustaendige
Fachstelle (z. B. Rechtsamt/Justiziariat, Datenschutzbeauftragte,
IT-Sicherheitsbeauftragte) und keine verbindliche Entscheidung der
zustaendigen Behoerde. Die Ausgabe ist eine Arbeitshilfe ohne Gewaehr. Im
Einzelfall ist die zustaendige Fachaufsicht, die bzw. der
Datenschutzbeauftragte oder die Rechtsabteilung zu konsultieren.
Nutzerzentriertes Redesign einer Verwaltungsleistung
Zweck / Anwendungsfall
Strukturierte Anleitung zum nutzerzentrierten Redesign einer bestehenden
Verwaltungsleistung einer Kommune aus Sicht der Buergerin bzw. des
Buergers, mit Fokus auf Prozessschritte, Medienbrueche und
Servicequalitaet. Dieser Skill wird genutzt, wenn eine Kommune eine
bestehende Leistung (z. B. Anwohnerparkausweis, Gewerbeanmeldung,
Wohngeldantrag) ueberarbeiten moechte, um sie verstaendlicher, schneller
und mit weniger Medienbruechen anzubieten.
Eingaben
- Bezeichnung und kurze Beschreibung der zu ueberarbeitenden
Verwaltungsleistung.
- Aktueller Ablauf aus Buergerperspektive (alle Schritte von der
Kenntnisnahme bis zum Bescheid/Ergebnis).
- Beteiligte Fachverfahren und Schnittstellen (z. B. interne
Fachsoftware, Zahlungsabwicklung, Aktenfuehrung).
- Bekannte Probleme oder Beschwerden aus Buergersicht (z. B. lange
Wartezeiten, unklare Formulare, mehrfache Vorlage gleicher
Unterlagen).
- Rechtliche Mindestanforderungen, die im Prozess zwingend eingehalten
werden muessen (z. B. Schriftformerfordernisse, Identitaetspruefung).
Ablauf / Checkliste
- Sachverhalt aufbereiten: aktuellen Prozess Schritt fuer Schritt aus
Buergerperspektive erfassen, inklusive aller Medien (Papier, Telefon,
E-Mail, Online-Formular, Vor-Ort-Termin).
- Einordnen, welche Schritte rechtlich zwingend sind (z. B.
Identitaetspruefung, Schriftform) und welche lediglich historisch
gewachsen, aber nicht zwingend vorgeschrieben sind.
- Medienbrueche identifizieren: jeden Schritt markieren, bei dem ein
Wechsel des Mediums oder ein erneutes Erfassen bereits vorhandener
Daten erforderlich ist.
- Redundanzen identifizieren: Schritte oder Datenabfragen, die mehrfach
im Prozess oder gegenueber anderen Stellen der Verwaltung erfolgen
(Once-Only-Pruefung im Rahmen der rechtlichen Moeglichkeiten).
- Nutzerbeduerfnisse strukturieren: typische Anliegen, Erwartungen und
Frustrationspunkte der Buergerinnen und Buerger im bestehenden Prozess
benennen.
- Redesign-Optionen entwickeln: pro identifiziertem Medienbruch bzw.
identifizierter Redundanz mindestens eine konkrete
Verbesserungsoption vorschlagen (z. B. Vorausfuellen von Formularen,
Wegfall doppelter Unterlagenanforderung, klareres Statusfeedback).
- Priorisierung vornehmen: Verbesserungsoptionen nach Aufwand und
Wirkung fuer die Buergerinnen und Buerger einordnen.
- Ergebnis formulieren: priorisiertes Redesign-Konzept mit konkreten
naechsten Schritten, Hinweis auf rechtliche Punkte, die vor Umsetzung
gesondert zu pruefen sind.
Quellenpflicht
Verbindlich: ../../../references/zitierweise-verwaltung.md. Keine
Blindzitate zu Paragrafen, Fristen oder Aktenzeichen — diese sind vom
Nutzer zu verifizieren oder als pruefungsbeduerftig zu kennzeichnen.
Ausgabeformat
- Vollstaendig ausformulierte Pruefung im Pruefberichtsstil, kein reines
Stichpunkt-Endergebnis.
- Stand-Datum angeben.
- Klar abgegrenztes Ergebnis am Ende ("Ergebnis: ...").
- Hinweis auf verbleibende Unsicherheiten, insbesondere bei rechtlichen
Mindestanforderungen, die noch zu verifizieren sind.
Beispiele
Beispiel (FIKTIV): Eine fiktive Kommune moechte den Prozess der
Beantragung eines Anwohnerparkausweises ueberarbeiten. Aktuell muessen
Antragstellende ein Papierformular abholen, persoenlich Fahrzeugschein
und Meldebescheinigung vorlegen und die Gebuehr bar oder per Ueberweisung
zahlen; die Bearbeitung dauert im fiktiven Beispiel bis zu drei Wochen.
Ergebnis (fiktiv): Hauptansatzpunkte sind die Einfuehrung eines
Online-Formulars mit Upload-Funktion fuer Fahrzeugschein, der Wegfall der
separaten Meldebescheinigung durch interne Abfrage beim
Einwohnermeldeamt (vorbehaltlich datenschutzrechtlicher Pruefung) sowie
die Einfuehrung einer Online-Zahlungsmoeglichkeit; diese Massnahmen
wuerden voraussichtlich sowohl die Bearbeitungszeit als auch die Anzahl
der Vor-Ort-Termine reduzieren.
Normen und Standards
- Onlinezugangsgesetz (OZG) bzw. dessen Nachfolgeregelungen zur
Digitalisierung von Verwaltungsleistungen (Fundstelle vor Verwendung
verifizieren).
- Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) bzw. die entsprechenden
Landes-Verwaltungsverfahrensgesetze, soweit Formerfordernisse
betroffen sind.
- Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), insbesondere bei
verwaltungsinternem Datenaustausch im Sinne des Once-Only-Prinzips.
- Hinweis: Fachgesetzliche Anforderungen an die jeweilige
Verwaltungsleistung sowie kommunale Satzungen variieren je Leistung,
Bundesland und Kommune und sind im Einzelfall zu pruefen.