| name | agent-config-authoring |
| description | Konventionen für die Projekt-Config-Ebene der Coding-Agenten (CLAUDE.md / AGENTS.md / GEMINI.md) — Verhaltens-Baseline, Hierarchie, Token-Effizienz, Multi-Tool-Symlinks. Vor allem: die Entscheidung, was in CLAUDE.md gehört vs. in einen Skill vs. Auto-Memory vs. knowledge-base. Nutzen beim Aufsetzen/Verbessern von Projekt-Config. NICHT für das Schreiben einzelner Skills (→ skill-authoring). |
Agent-Config-Authoring
Steuerung verlagert sich von Einzel-Prompts zu dauerhaft gepflegten Projektdateien. Behandle CLAUDE.md wie README.md/.editorconfig/CI — Teil des Projekts, versioniert, wiederholbar. Diese Datei = die immer-aktive Ebene; Skills/Memory/Wissensbasis sind die bei-Bedarf-Ebenen.
Was gehört wohin (Kern-Entscheidung)
| Ebene | Inhalt | Merkmal |
|---|
| CLAUDE.md / AGENTS.md | Verhaltensregeln, Projekt-Architektur/-Konventionen, Definition-of-Done, Antwortformat | immer geladen → kurz halten |
| Skill ([[skill-authoring]]) | getriggertes Domänenwissen / Workflow | lädt nur bei Bedarf |
Auto-Memory (MEMORY.md) | dauerhafte Nutzer-Präferenzen + Feedback | sessionübergreifend, personenbezogen |
| knowledge-base ([[knowledge-base]]) | belegte Projekt-/Domänenfakten mit Herkunft | kompiliert, verlinkt, gelintet |
Faustregel: immer-relevant + kurz → CLAUDE.md; fachlich + getriggert → Skill; Präferenz → Memory; belegbarer Fakt → knowledge-base. Domänenwissen NICHT in CLAUDE.md kippen (bläht jeden Turn auf).
Verhaltens-Baseline (Karpathy)
Fünf Regeln als Einstieg für nahezu jedes Projekt — knapp, ausführbar formuliert:
- Erst nachdenken, dann programmieren.
- Bei Unklarheit nachfragen statt raten.
- Nur den nötigen Code schreiben.
- Nur die angeforderten Stellen ändern.
- Vorab definieren, wann eine Aufgabe „fertig" ist.
Effekt: weniger Halluzination, weniger unnötige Refactorings, präzisere Änderungen — etwas langsamer, deutlich zuverlässiger.
Hierarchie
Der Agent liest alle CLAUDE.md im Verzeichnisbaum: global (~/.claude/CLAUDE.md) → projekt (Repo-Root) → ordnerspezifisch. So wird Wissen gestaffelt: generell oben, spezifisch unten. Ordner-Config nur, wo sich Regeln wirklich unterscheiden.
Multi-Tool per Symlink
Eine Quelle, auf CLAUDE.md + AGENTS.md + GEMINI.md verlinkt → einmal ändern, überall aktiv. (Genau das Muster dieses Repos: eine GLOBAL.md als Quelle.) Ideal, wenn man zwischen Claude/Codex/Gemini wechselt.
Token-Effizienz-Modus (optional)
Füllfloskeln unterbinden: „Gute Frage…", Wiederholung der Anfrage, Höflichkeits-Schluss. Bringt spürbar kürzere Antworten (Benchmarks: bis ~60% weniger Wörter, ~12% weniger Output-Tokens). Trade-off: die Config-Datei selbst kostet Input-Tokens — lohnt sich bei Automatisierung, vielen Reviews, Pipelines; bei gelegentlichen Einzelanfragen kaum.
Gotchas
- CLAUDE.md kurz halten — sie ist immer geladen; jede Zeile ist Dauer-Token-Kost.
- Regeln ausführbar formulieren: „bei Unklarheit nachfragen", nicht „sei schlau". Vgl. die Retrospektive-Disziplin in [[conversation-retrospective]].
- Keine Secrets / Maschinen-Config in getrackte CLAUDE.md (→ gitignore).
- Nicht duplizieren: was ein Skill/Memory schon trägt, nicht zusätzlich in CLAUDE.md wiederholen.
- Die Varianten (Karpathy / Token-effizient / Multi-Tool / Memory-Bank) schließen sich nicht aus — kombinieren.