Der Skill entwirft Athleten- und Spielerverträge oder prüft fremde Entwürfe gegen die einschlägigen zivil-, arbeits-, persönlichkeits-, kartell- und datenschutzrechtlichen Maßstäbe. Er liefert modulare Klauselbausteine und eine Inhaltskontrolle nach §§ 305 ff. BGB, weil Athleten- und Sponsoringverträge regelmäßig sind.
Pauschalierter Schadensersatz bei Vertragsbruch ohne Gegenklausel → § 309 Nr. 5 BGB
"Umfassende Übertragung" der Bildrechte ohne Konkretisierung → § 307 I 2 BGB Transparenz; KUG § 22
Bonusrückzahlung bei Sperre unabhängig vom Verschulden → § 307 I BGB
3. Befristung Spielerarbeitsvertrag (TzBfG)
Spielerarbeitsverträge sind ganz überwiegend befristet. Sachgrund nach § 14 I TzBfG ist nach hM gegeben (Eigenart der Arbeitsleistung — körperliche Höchstleistung, begrenzte Karriere); BAG hat dies für Profifußball anerkannt (BAG, Urt. v. 16.01.2018 – 7 AZR 312/16, NZA 2018, 703 = NJW 2018, 1992 = SpuRt 2018, 170 — Müller ./. 1. FSV Mainz 05, dejure.org). Kettenbefristungen sind kritisch.
4. Bosman/Diarra: Ausbildungsentschädigung und Transferregeln
EuGH, Urt. v. 18.07.2006 – Meca-Medina und Majcen/Kommission, C-519/04 P, NJW 2007, 2097 = EuZW 2006, 593 = SpuRt 2006, 195: Sportregeln unterliegen Art. 101 AEUV, wenn sie wirtschaftliche Wirkung haben; Drei-Stufen-Test (legitimer Zweck, Verhältnismäßigkeit, kohärenter Vollzug) (dejure.org).
EuGH, Urt. v. 04.10.2024 – Diarra (FIFA ./. BZ), C-650/22: FIFA-Regelungen zum Status und Transfer von Spielern (RSTS) zur einseitigen Vertragsauflösung am Maßstab von Art. 45, 101 AEUV (dejure.org).
Konsequenz für Vertragsentwurf: Transferentschädigungs- und Loyalty-Klauseln am Art. 45/101 AEUV-Maßstab prüfen; § 1 GWB nationale Schranke.
5. Persönlichkeitsrecht und Vermarktung (KUG §§ 22, 23)
§ 22 KUG: Bildnisse nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet/zur Schau gestellt — gilt während und nach dem Athletenvertrag.
§ 23 KUG: Ausnahmen (Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte, Versammlungen) — abnehmender Schutz bei Spitzensportler/innen, aber höchstpersönlicher Kernbereich bleibt.
Vermögensrechtlicher Persönlichkeitsschutz (BGH, Urt. v. 01.12.1999 – I ZR 49/97, BGHZ 143, 214 = NJW 2000, 2195 = GRUR 2000, 709 – Marlene Dietrich): die vermögenswerten Bestandteile des Persönlichkeitsrechts sind kommerziell verwertbar und vererblich; Schadensberechnung nach den drei Berechnungsarten (dejure.org).
Klauselbaustein Bildrechteübertragung: präzise nach Medium, Territorium, Laufzeit, Verwendungszweck; bloße "umfassende" Übertragung ist intransparent und im AGB-Kontext angreifbar.
6. Doping-Klauseln und Bonusrückzahlung
Standardklauseln verlangen bei sportrechtlicher Sperre:
Rückzahlung von Bonuszahlungen
außerordentliche Kündigung des Sponsorings
pauschalierten Schadensersatz
AGB-Kontrolle: pauschale Rückzahlung ohne Verschuldensanknüpfung ist mit § 307 I BGB problematisch — Athletin haftet sportrechtlich verschuldensunabhängig (WADC Art. 2.1), zivilrechtlich nur bei Verschulden (§ 276 BGB). Kombination = unangemessene Benachteiligung.
7. Datenschutz (DSGVO Art. 9)
Trainings-, Gesundheits-, ABP-Daten sind besondere Kategorien iSv Art. 9 I DSGVO. Verarbeitung nur auf Grundlage Art. 9 II DSGVO (insb. lit. a Einwilligung, lit. b Arbeitsrecht). Doping-Tests = unverzichtbar, gestützt auf Verbandsmitgliedschaft + Einwilligung; gleichwohl Zweckbindung, Speicherdauer, Auftragsverarbeitung (NADA / Labor) regeln.
8. Schiedsklausel
Wenn Schiedsklausel vorgesehen: Pechstein-Linie beachten — bei Athletenvereinbarung mit Monopolverband Inhaltskontrolle; öffentliche Verhandlung in Disziplinarsachen (EGMR [unverifiziert]). Bei reinem Wirtschaftsvertrag (Sponsoring) freie Wählbarkeit DIS/CAS unproblematisch.