| name | mittelstand-ma-liquiditaetsvorschau |
| title | Freistehende Liquiditätsvorschau (Mittelstand) |
| description | Unternehmen in M&A oder Krise braucht Liquiditaetsvorschau: 3-Wochen-Liquiditaet 13-Wochen-Cash-Bridge Runway OPOS Bankdaten Insolvenzschwellen. Normen §§ 17-19 InsO IDW S 11 GoF. Prüfraster Zufluss-Abfluss-Plan OPOS-Abgleich Banklinien-Prüfung Insolvenzschwellen-Check. Output Liquiditaetsplan-Tabelle Runway-Berechnung Warnsignal-Ampel. Abgrenzung zu mittelstand-ma-insolvenzreife (Rechtsschwellen) und fortbestehensprognose (IDW-Gutachten). |
| author | Klotzkette |
| author_url | https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/mittelstand-corporate-ma/skills/mittelstand-ma-liquiditaetsvorschau |
| license | Apache-2.0 |
| version | 0.1.0 |
| execution_mode | open |
| jurisdiction | de |
| practice | bankruptcy |
| language | de |
Freistehende Liquiditätsvorschau (Mittelstand)
Kernsachverhalt
Im Mittelstand fehlt häufig ein professionelles CFO-Office oder Treasury. Liquiditätsvorschauen werden oft nur als monatliche Bankstimmung oder als BWA-Kommentar geführt — nicht als strukturierte rollierende Planung. Genau dies ist das Einfallstor für Insolvenzverschleppung: Der Gesellschafter-Geschäftsführer bemerkt die Zahlungsunfähigkeit zu spät oder hält die Zahlungsstockung für vorübergehend, ohne OPOS und Bankdaten systematisch abzugleichen. In M&A-Prozessen ist die Liquiditätsvorschau darüber hinaus Bestandteil der Kaufpreisfindung (Locked-Box vs. Completion Accounts, Net-Debt-Definition) und der Closing Conditions. Dieser Skill liefert das Werkzeug, um Mittelstandsliquidität schnell, transparent und revisionssicher zu planen.
Kaltstart-Rückfragen
- Welcher Planungshorizont ist erforderlich — 3 Wochen (Krisencheck), 13 Wochen (Cash-Bridge), 12 Monate (Businessplan)?
- Welche Datenquellen stehen zur Verfügung — Bankkontoauszüge, OPOS Kreditoren/Debitoren, Lohnliste, BWA, Jahresabschlüsse?
- Wurde die BWA mit dem Buchhalter / Steuerberater abgeglichen? Gibt es Buchungslücken (z.B. fehlende Rückstellungen, noch nicht verbuchte Rechnungen)?
- Bestehen Kontokorrentkredite, Betriebsmittellinien oder Hausbank-Darlehen? Laufen Covenants?
- Gibt es Steuerrückstände, Rücklastschriften oder laufende Vollstreckungsankündigungen?
- Handelt es sich um eine normale DD-Situation oder um einen Krisenfall (drohende Zahlungsunfähigkeit)?
- Sollen Kaufpreiskomponenten (Locked Box, Net Debt, Working Capital) in die Vorschau eingebaut werden?
- Wer empfängt die Vorschau — interne Nutzung, Hausbank, Käufer-DD, Insolvenzgericht?
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist fuer den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Rechtsgrundlagen
Normtexte
| Norm | Regelungsinhalt (Auszug) |
|---|
| § 17 InsO | Zahlungsunfähigkeit: Schuldner nicht in der Lage, fällige Zahlungspflichten zu erfüllen; > 10 % Liquiditätslücke über 3 Wochen in der Regel anzunehmen |
| § 18 InsO | Drohende Zahlungsunfähigkeit: voraussichtlich nicht in der Lage, Verbindlichkeiten bei Fälligkeit zu erfüllen; StaRUG-Öffner |
| § 19 InsO | Überschuldung: Passiva > Aktiva; Fortbestehensprognose als Korrektiv |
| § 15a InsO | Antragspflicht: 3 Wochen (Zahlungsunfähigkeit), 6 Wochen (Überschuldung); GmbH-GF haftet persönlich |