| name | verkehrsowi-rechtsbeschwerde |
| title | Rechtsbeschwerde im OWi-Verfahren — § 79 OWiG |
| description | Rechtsbeschwerde im OWi-Verfahren nach § 79 OWiG einlegen: AG hat OWi-Urteil gesprochen und Mandant will Rechtsbeschwerde. Normen: § 79 OWiG (Zulassigkeit: Geldbusse über 250 EUR oder Fahrverbot), § 80 OWiG (Zulassungsbeschwerde), § 344 StPO i.V.m. § 79 Abs. 3 OWiG (Begründungspflicht), Frist 1 Woche ab Urteil. Prüfraster: Statthaftigkeit, Verfahrensruege vs. Sachruege, Formalanforderungen, OLG als Rechtsbeschwerdeinstanz. Output Rechtsbeschwerde-Schrift. Abgrenzung: Einspruch gegen Bußgeldbescheid siehe verkehrsowi-fristen-einspruch; HV vorher siehe verkehrsowi-hauptverhandlung-amtsgericht. |
| author | Klotzkette |
| author_url | https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/verkehrsowi-verteidiger/skills/verkehrsowi-rechtsbeschwerde |
| license | Apache-2.0 |
| version | 0.1.0 |
| execution_mode | open |
| jurisdiction | de |
| practice | criminal |
| language | de |
Rechtsbeschwerde im OWi-Verfahren — § 79 OWiG
Triage zu Beginn
- Ist Rechtsbeschwerde zulaessig? — § 79 Abs. 1 OWiG: zulaessig bei Geldbusse > 250 EUR ODER Fahrverbot; ansonsten nur Zulassungsbeschwerde nach § 80 OWiG.
- Welches Gericht ist zustaendig? — OLG im jeweiligen Bundesland (Ausnahme: bei Grundsatzfragen auch BGH denkbar, sehr selten).
- Was soll angegriffen werden? — Rechtsfehler (Verfahrensruege oder Sachruge); keine Tatsachenpruefung in der Rechtsbeschwerde!
- Frist beachten? — 1 Woche ab Urteilsverkuendung; Begründungsfrist 1 Monat ab Urteilszustellung (§ 79 Abs. 3 OWiG i.V.m. § 345 StPO).
- Kostenrisiko? — Bei erfolgloser Rechtsbeschwerde: Gebuehren + ggf. Kosten der Gegenpartei.
Zentrale Normen
- § 79 Abs. 1 OWiG — Rechtsbeschwerde: Geldbusse > 250 EUR oder Fahrverbot
- § 79 Abs. 3 OWiG i.V.m. § 344 StPO — Ruegeformen: Verfahrensruege und Sachruge
- § 79 Abs. 3 OWiG i.V.m. § 345 StPO — Begründungsfrist 1 Monat ab Zustellung Urteilsgruende
- § 80 OWiG — Zulassungsbeschwerde: bei Geldbusse <= 250 EUR; nur bei grundsaetzlicher Bedeutung oder Fortbildung des Rechts
- § 341 StPO i.V.m. § 79 Abs. 3 OWiG — Einlegungsfrist 1 Woche ab Urteilsverkuendung
- § 338 StPO i.V.m. § 79 OWiG — Absolute Revisionsgründe gelten auch in der Rechtsbeschwerde
Aktuelle Rechtsprechung
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Pruefschema Rechtsbeschwerde-Zulaessigkeit
§ 79 Abs. 1 OWiG — Zulaessigkeit:
□ Geldbusse > 250 EUR ODER Fahrverbot? → Rechtsbeschwerde zulaessig
□ Geldbusse <= 250 EUR, kein Fahrverbot? → Nur Zulassungsbeschwerde § 80 OWiG
Fristen:
□ Einlegungsfrist: 1 Woche ab Urteilsverkuendung
□ Begründungsfrist: 1 Monat ab Zustellung der Urteilsgruende
□ Urteilszustellung abwarten (ergibt Begründungsfrist-Start)
Ruegeformen:
□ Verfahrensruege: konkreter Verfahrensverstos (Sachverstaendigenantrag, Belehrung)
□ Sachrüge: Fehler bei der Anwendung des materiellen Rechts
Verfahrensruegen — typische Angriffspunkte
1. Ablehnung Sachverstaendigenantrag (§ 77 OWiG) ohne Begruendung
2. Verletzung rechtliches Gehoer (Art. 103 GG): Rohmessdaten verweigert
3. Keine ordnungsgemaesse Belehrung ueber Schweigerecht (§ 55 OWiG)
4. Messgeraet nicht gesetzlich geeicht (§ 6 MessEG)
5. Urteilsbegruendung widerspricht sich selbst (§ 267 StPO i.V.m. § 71 OWiG)
6. Letztes Wort verweigert (§ 258 Abs. 3 StPO i.V.m. § 71 OWiG)