| name | halluzinations-handhabung |
| title | Halluzinations-Handhabung |
| description | Halluzinationen von KI in juristischer Arbeit erkennen und Prozessbetrug vermeiden: Anwendungsfall Anwalt nutzt KI für Rechtsprechungs-Recherche und muss sicherstellen dass keine falschen Fundstellen in Schriftsatz oder Gutachten einfliessen. OLG Koblenz Haftung Halluzination, AG Köln 02.07.2025, § 43 BRAO Sorgfaltspflicht. Prüfraster Pflicht zur Quellenverifizierung jedes KI-Zitats, Vier-Augen-Prinzip für Schriftsaetze, Dokumentation der Prüfung. Output Prüfprotokoll-Vorlage für KI-Zitate mit Verifikations-Checkliste. Abgrenzung zu Prompting-Leitfaden und zu Compliance-Regelsatz. |
| author | Klotzkette |
| author_url | https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/ki-richtlinie-kanzleien/skills/halluzinations-handhabung |
| license | Apache-2.0 |
| version | 0.1.1 |
| execution_mode | open |
| jurisdiction | de |
| practice | general |
| language | de |
Halluzinations-Handhabung
Das sogenannte "Halluzinieren" von KI-Systemen — die Erzeugung von nicht existierenden, aber plausibel wirkenden Zitaten, Gerichtsentscheidungen und Fundstellen — ist das größte praktische Haftungsrisiko beim Einsatz von KI-Systemen in der anwaltlichen Arbeit. Die eiserne Regel lautet: Jede einzelne Fundstelle aus einem KI-System ist ausnahmslos zu verifizieren.
Rechtlicher Hintergrund
Rechtsprechung live prüfen: Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Vorgehen
Vorab: Der untenstehende Workflow ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkuerzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der Workflow ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.
- Quellenprüfung als Standard-Schritt: In den Arbeitsablauf für jeden Schriftsatz und jede Beratung als festen Schritt integrieren: Jedes KI-generierte Zitat wird vor der Verwendung in der Originalquelle nachgeschlagen.
- Primärquellen nutzen: Gerichtsentscheidungen aus offiziellen Portalen (z.B. openjur, Bundesgerichtshof-Website, ECLI-Suche), Gesetze aus dem Bundesgesetzblatt oder gesetze-im-internet.de.
- Dokumentation der Prüfung: Im Arbeitsvermerk oder in der Akte festhalten, welche Fundstellen KI-generiert waren und wie die Verifikation erfolgte (Prüfer, Datum, Quelle).
- Vier-Augen-Prinzip bei kritischen Schriftsätzen: Schriftsätze, die auf KI-generierte Fundstellen gestützt werden, sollten von einer zweiten Person vor Einreichung geprüft werden.
- Schulung zu Halluzinationsmustern: Mitarbeitende müssen typische Muster erkennen lernen: besonders eloquente Formulierungen, genaue Randnummernangaben, unbekannte Senate oder Spruchkörper können Warnsignale sein.
- Konsequenz bei Auffinden einer Halluzination: Gesamtes KI-generiertes Dokument erneut vollständig prüfen; keine selektive Verifikation.
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
| Konstellation | Empfohlener Weg |
|---|
| Standard — Halluzinations-Pruefprotokoll fuer KI-Output erstellen | Pruefprotokoll nach Schema; Template unten |
| Variante A — Halluzination in bereits versandtem Dokument |