| name | fto-triage-klotzkette |
| title | Freedom-to-Operate-Triage (FTO) |
| description | Unternehmen will Produkt einführen oder Technologie einsetzen und fragt: Verletzen wir fremde Patente? Freedom-to-Operate-Analyse FTO. Prüfraster: Recherche Espacenet DPMApaplus EP-Datenbank sperrende DE- und EP-Patente. Ergebnis Recherchepaket für Patentanwalt kein FTO-Gutachten. Output: Recherche-Bericht mit relevanten Patentfundstellen. Abgrenzung zu erfindungsmeldung-aufnahme (eigene Erfindung) und verletzungs-triage (fremde Schutzrechte). |
| author | Klotzkette |
| author_url | https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/gewerblicher-rechtsschutz/skills/fto-triage |
| license | Apache-2.0 |
| version | 0.1.0 |
| execution_mode | open |
| jurisdiction | de |
| practice | ip |
| language | de |
Freedom-to-Operate-Triage (FTO)
Zweck
Erste Triage möglicher Patenthindernisse vor Markteinführung eines Produkts oder einer Technologie. Der Skill recherchiert relevante DE- und EP-Patente, bewertet ihre Relevanz für den konkreten Anwendungsfall und erstellt ein Recherchepaket für einen Patentanwalt. Kein formelles FTO-Gutachten – die abschließende rechtliche Einschätzung, ob ein Produkt in den Schutzbereich eines Patents fällt, erfordert einen zugelassenen Patentanwalt.
Eingaben
- Produkt-/Technologiebeschreibung (so detailliert wie möglich: technische Merkmale, Funktionsweise, Materialien, Verfahren)
- Zielmarkt / Vertriebsgebiet (Deutschland, EU, weltweit)
- Schlüsselwörter / Technologieklassifikation (IPC/CPC-Klassen, falls bekannt)
- Geplantes Markteinführungsdatum
- Ggf. bereits bekannte Patente (Wettbewerber)
- Relevanter Stand der Technik (falls vorhanden)
Ablauf
1. Technologie charakterisieren
Produktbeschreibung in technische Merkmale übersetzen:
- Hauptfunktion / Kernerfindung
- Unterscheidungsmerkmale gegenüber bekanntem Stand der Technik
- Schlüsselkomponenten und ihre Funktion
- Verfahrensschritte (bei Verfahrenspatenten)
- Mögliche IPC/CPC-Klassifikationen (International Patent Classification / Cooperative Patent Classification)
Vorschlag für Suchstrategie aus Merkmalen entwickeln. [prüfen] – Klassifikation und Merkmalsdefinition mit Fachmann abstimmen.
2. Patentrecherche durchführen
Pflicht-Datenbanken:
| Datenbank | URL | Umfang |
|---|
| Espacenet | worldwide.espacenet.com | Weltweite Patente; DE, EP, WO; Volltextsuche |
| DPMApaplus | depatisnet.dpma.de | Deutsche Patente und Gebrauchsmuster (DE); amtliche DPMA-Datenbank |
| Google Patents | patents.google.com | Ergänzende Suche; maschinelle Übersetzungen |
Für EP-Patente mit DE-Wirkung:
- EP-Patent nach Erteilung und Validierung in DE gültig → nationale Verletzungsklage vor deutschen Gerichten möglich (LG Düsseldorf, LG München I, LG Mannheim)
- Prüfung, ob nationales DE-Patent oder EP-Validierung vorliegt
Suchstrategie:
Schritt 1 – Keyword-Suche: Technologiebegriffe in Titel, Abstract, Ansprüchen
Schritt 2 – IPC/CPC-Klassensuche: Klassifikation + Keyword-Filter
Schritt 3 – Anmeldersuche: Bekannte Wettbewerber als Inhaber
Schritt 4 – Zitationsanalyse: Von gefundenen relevanten Patenten rückwärts zitieren
Schritt 5 – Familiensuche: Internationaler Schutzumfang von Kernpatenten