Klassifiziert einen vorgeschlagenen KI-Anwendungsfall gegen das Unternehmensregister — freigegeben, bedingt oder nicht freigegeben — und erstellt Auflagenliste und nächste Schritte. Prüft gegen verbotene Praktiken (Art. 5 KI-VO) und Hochrisiko-Kategorien (Anhang III KI-VO). Lädt, wenn der Nutzer "KI-Anwendungsfall triage", "dürfen wir KI für X einsetzen", "ist das freigegeben" oder "Hochrisiko-KI klassifizieren" sagt.
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Klassifiziert einen vorgeschlagenen KI-Anwendungsfall gegen das Unternehmensregister — freigegeben, bedingt oder nicht freigegeben — und erstellt Auflagenliste und nächste Schritte. Prüft gegen verbotene Praktiken (Art. 5 KI-VO) und Hochrisiko-Kategorien (Anhang III KI-VO). Lädt, wenn der Nutzer "KI-Anwendungsfall triage", "dürfen wir KI für X einsetzen", "ist das freigegeben" oder "Hochrisiko-KI klassifizieren" sagt.
Das Gespräch stoppen, das als "Können wir nicht einfach KI dafür einsetzen?"
beginnt. Schnelle, kalibrierte Antwort aus dem Register geben — und bei
bedingter Freigabe die Auflagen konkret und den nächsten Schritt klar machen.
Die Triage-Skill ist ein Eingangstor: klassifizieren, Erforderliches
kennzeichnen, weiterleiten. Die Folgenabschätzungs-Skill erledigt die
Tiefenarbeit. Pflichtprüfung vor allem anderen: Art. 5 KI-VO (verbotene
Praktiken, ab 02.02.2025) und DSGVO Art. 22 (automatisierte Einzelentscheidung).
Eingaben
Beschreibung des KI-Anwendungsfalls: was tut die KI, wer ist betroffen,
gibt es menschliche Überprüfung, welcher Anbieter?
Praxisprofil aus CLAUDE.md (Anwendungsfall-Register, Rote Linien,
Governance-Stufen, regulatorischer Fußabdruck)
Rechtlicher Rahmen
Kernvorschriften
AI Act Art. 5 KI-VO (verbotene Praktiken): Social Scoring durch
öffentliche oder private Stellen (Art. 5 Abs. 1 lit. c); subliminale
Manipulation (Art. 5 Abs. 1 lit. a/b); Ausnutzung von Vulnerabilität
(Art. 5 Abs. 1 lit. b); biometrische Kategorisierung nach geschützten
Merkmalen (Art. 5 Abs. 1 lit. g); Echtzeitfernidentifizierung in
öffentlichen Räumen (Art. 5 Abs. 1 lit. h); Emotionserkennung am
Arbeitsplatz/Bildung (Art. 5 Abs. 1 lit. f). Ab 02.02.2025 anwendbar.
AI Act Art. 6 i.V.m. Anhang III KI-VO: Hochrisiko-Kategorien —
Nr. 1 Biometrie; Nr. 2 Beschäftigung (Bewerbungs-Screening, Leistungs-
bewertung); Nr. 3 Wesentliche Dienstleistungen (Kredit, Versicherung);
Nr. 4 Bildung; Nr. 5 Kritische Infrastruktur; Nr. 6 Strafverfolgung;
Nr. 7 Migration; Nr. 8 Rechtspflege. Hochrisiko: Art. 9–15 (Anbieter),
Art. 26/29 (Betreiber).
DSGVO Art. 22: Vollautomatisierte Einzelentscheidungen mit Rechtswirkung
oder erheblicher Beeinträchtigung nur nach Art. 22 Abs. 2 lit. a–c
(Vertrag, gesetzliche Pflicht, ausdrückliche Einwilligung). Widerspruchs-
und Transparenzpflichten.
§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG: Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats bei
KI-Tools zur Mitarbeiterüberwachung/-bewertung.
Leitentscheidungen
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Kommentare
Wendehorst/Grinzinger, in: Wendehorst/Grinzinger, AI Act, 1. Aufl. 2024, Art. 5 Rn. 8 (verbotene Praktiken) und Art. 6 i.V.m. Anhang III Rn. 15 (Hochrisiko-Klassifikation).
Spindler/Schuster, Recht der elektronischen Medien, 4. Aufl. 2024,
Teil IV Rn. 88.
Hinweis: Dieser Skill ersetzt keine anwaltliche Beratung im Einzelfall.
Ablauf
Schritt 1 — Anwendungsfall verstehen
Bei vager Beschreibung fragen: Was tut die KI genau? Auf wen/was wirkt sie?
Prüft ein Mensch vor Wirkung? Welcher Anbieter? Nur intern oder Kunden/Dritte?
Schritt 2 — Art. 5-Prüfung (ERSTE PRIORITÄT)
Vor dem Register prüfen: Liegt ein absolutes Verbot vor?
Social Scoring, subliminale Manipulation, Vulnerabilitäts-Ausnutzung
Biometrische Kategorisierung nach geschützten Merkmalen
Echtzeitbiometrie in öffentlichen Räumen
Emotionserkennung am Arbeitsplatz/Bildung
Bei Treffer: sofort melden, ohne Abmilderung:
"Dieser Anwendungsfall berührt [Art. 5 KI-VO]. Verbotene Praktiken sind
absolute Verbote. Wenn etwas anders ist: anwaltliche Entscheidung nötig,
keine Triage-Freigabe."
Schritt 3 — Register-Abgleich
Direkttreffer → anwenden. Nahes Match → kennzeichnen. Kein Treffer →
BEDINGT (Folgenabschätzung ausstehend); vorläufige Risikoeinschätzung
einschließlich Anhang-III-Prüfung ausgeben.
Schritt 4 — Jurisdiktionaler Anwendungsbereich und Anhang-III-Prüfung
Alle Regime aus ## Regulatorischer Fußabdruck prüfen. Striktest
anwendbare Behandlung bei Mehrfach-Jurisdiktion. Anhang-III-Kategorien
(Nr. 1–8) explizit gegen den Anwendungsfall prüfen; bei Hochrisiko:
Betreiberpflichten Art. 26/29 KI-VO vermerken.
Schritt 5 — DSGVO Art. 22-Prüfung
Vollautomatisiert + Rechtswirkung/erhebliche Beeinträchtigung? → Art. 22
Abs. 1 greift; Rechtsgrundlage nach Abs. 2 dokumentieren und Human-in-the-
Loop oder Einwilligung sicherstellen.
Schritt 6 — Klassifikation und Ausgabe
Bei Nicht-Jurist-Rolle: vor FREIGEGEBEN-Klassifikation anwaltliche Prüfung
abfragen; 1-seitigen Kurzüberblick für das Anwaltsgespräch generieren.
Human-in-the-Loop — keine vollautomatisierten Entscheidungen
[Produkt]
☐
Offenlegung ggü. Betroffenen (Art. 13/14 DSGVO)
[Produkt/Recht]
☐
Betriebsrats-Beteiligung (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG)
[HR/Recht]
☐
Governance-Stufe: [Standard / Erhöht / Hoch]
Ausgabeformat
Bei Einzel-Anwendungsfall: wie oben. Bei mehreren Anwendungsfällen:
zuerst Übersichtstabelle (✅ Freigegeben / ⚠️ Bedingt / ❌ Nicht freigegeben
Schlüssel-Blocker), dann Detailausführung für bedingte und abgelehnte.
Beispiel
Anfrage: "HR will KI zur automatischen Bewerbungs-Vorselektion einsetzen."
Triage: Art. 5: kein Verbot. Art. 6 Abs. 2 i. V. m. Anhang III Nr. 4 lit. a KI-VO: Hochrisiko, wenn das System zweckbestimmt für Auswahl, Filterung oder Bewertung von Bewerbungen eingesetzt wird. DSGVO Art. 22 Abs. 1 bei Vollautomatisierung.
§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG: Betriebsrats-Beteiligung prüfen.
Klassifikation: BEDINGT. Folgenabschätzung + DSFA; Human-in-the-Loop;
Betriebsrat einbeziehen; Offenlegung ggü. Bewerber:innen (Art. 13 DSGVO).
Risiken und typische Fehler
Art. 5 KI-VO ist Pflichtprüfung — immer zuerst, vor dem Register.
"Nur intern" reduziert das Risiko nicht: Mitarbeiter-KI oft höheres
Risiko als kundenseitige KI.
"Wir testen nur" ist keine Ausnahme bei echten Personen-Daten.
"Der Anbieter sagt, es ist sicher" ersetzt nicht die eigene Folgenabschätzung.
Quellenpflicht
AI Act Art. 5 und Art. 6 i.V.m. Anhang III (mit konkreter Nr.) bei
jeder Klassifikation.
DSGVO Art. 22 bei automatisierten Entscheidungen.
§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bei Mitarbeiter-Überwachungs-/Bewertungstools.
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Wendehorst/Grinzinger, in: Wendehorst/Grinzinger, AI Act, 1. Aufl. 2024, Art. 5 Rn. 8 und Anhang III Rn. 15.