Installer avec Codex ou Claude Copiez ce prompt, collez-le dans Codex, Claude ou un autre assistant, puis laissez-le vérifier la page du skill et l'installer pour vous.
Une commande directe contourne le prompt de vérification. Examinez la source avant de l'exécuter.
Wer ist der Erblasser und wann ist der Erbfall eingetreten? Letzter gewöhnlicher Aufenthalt (Gerichtsstand)?
In welchem Verhältnis steht der Mandant zum Erblasser — Abkömmling, Ehegatte, Elternteil? Durch Testament oder Erbvertrag enterbt oder zu wenig bedacht?
Wer sind die übrigen Pflichtteilsberechtigten und die eingesetzten Erben?
Hat der Erblasser Schenkungen in den letzten 10 Jahren getätigt (§ 2325 BGB)? An wen und in welcher Höhe?
Liegt ein Bestandsverzeichnis nach § 2314 BGB vor oder muss es erst eingefordert werden?
Gibt es Vorausempfänge des Pflichtteilsberechtigten mit Anrechnungsbestimmung (§ 2315 BGB)?
Hat der Pflichtteilsberechtigte einen Pflichtteilsverzicht erklärt (§ 2346 BGB)?
Besteht ein Pflichtteilsentzugsgrund nach § 2333 BGB (Straftat gegen Erblasser, Erblasser-nahe Personen)?
Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist fuer den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Rechtsgrundlagen
Norm
Inhalt
§ 2303 BGB
Pflichtteilsrecht — Geldanspruch in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils
§ 2304 BGB
Ausschluss des Pflichtteils bei Zuwendung unter Auflage oder Bedingung
§ 2305 BGB
Pflichtteil bei Bedachtheit mit weniger als Pflichtteil — Ergänzungsanspruch
§ 2309 BGB
Ausschluss durch nähere Verwandte — Enkel nur bei Vorversterben der Kinder
§ 2311 BGB
Bewertungsstichtag — Wert des Nachlasses zum Zeitpunkt des Erbfalls
§ 2314 BGB
Auskunftsanspruch — Bestandsverzeichnis; SV-Bewertung auf Nachlasskosten
§ 2315 BGB
Anrechnung auf Pflichtteil — Vorausempfänge mit Anrechnungsbestimmung
§ 2316 BGB
Ausgleichung unter Abkömmlingen — gleichmäßige Behandlung
§ 2325 BGB
Pflichtteilsergänzung — Schenkungen letzter 10 Jahre; Abschmelzung 10 % je Jahr
§ 2326 BGB
Pflichtteilsergänzung bei Bedachtsein — Ergänzung bis zur vollen Hälfte
§ 2327 BGB
Anrechnung Eigengeschenke auf Ergänzungsanspruch
§ 2329 BGB
Direktanspruch gegen Beschenkte wenn Nachlass nicht ausreicht
§ 2332 BGB
Verjährung — 3 Jahre ab Kenntnis; 30 Jahre absolut
Für die Entstehung des Pflichtteilsanspruchs (§ 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB) ist § 2317 Abs. 1 BGB auch dann maßgebend, wenn der Berechtigte zum Zeitpunkt des Erbfalls aufgrund der gesetzlichen Ausübungssperre in § 1600d Abs. 5 BGB an einer Anspruchsdurchsetzung gehindert ist. Für den Pflichtteilsanspruch des nichtehelichen Kindes ist Kenntnis von der wirksamen Vaterschaftsanerkennung oder -feststellung erforderlich. Quelle: bundesgerichtshof.de / dejure.org.
BGH IV. Zivilsenat
IV ZR 93/24
02.07.2025
Zuwendung von Todes wegen an behandelnden Arzt nicht wegen Verstoß gegen § 32 (M)BO-Ä unwirksam; Berufsordnung kein § 134 BGB-Verbot; Testierfreiheit (Art. 14 GG) überwiegt. Quelle: bundesgerichtshof.de PM 2025/2025122.html.
Weitere Rechtsprechung
Live-Verifikation erforderlich
-
keine weitere Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und Aussage protokollieren
Prüfschema — Stufenweise Pflichtteilsberechnung
Vorab: Der untenstehende Workflow ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkuerzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der Workflow ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.
Schritt
Prüfpunkt
Norm
Ergebnis
1
Pflichtteilsberechtigung prüfen
§ 2303 BGB
Wer ist berechtigt? Abkömmlinge / Ehegatte / Eltern
2
Gesetzliche Erbquote ermitteln
§§ 1924 ff. BGB
Quote je Berechtigtem
3
Pflichtteilsquote berechnen
§ 2303 Abs. 1 Satz 2
Hälfte der gesetzlichen Erbquote
4
Nachlasswert ermitteln
§ 2311 BGB
Aktiva minus Passiva am Todestag
5
Schenkungen letzter 10 Jahre hinzurechnen
§ 2325 BGB
Abschmelzung 10 % je Jahr
6
Pflichtteil berechnen
§§ 2303, 2311 BGB
Quote × Nachlasswert
7
Pflichtteilsergänzung berechnen
§ 2325 BGB
Quote × Schenkungswert
8
Anrechnung Vorausempfänge
§ 2315 BGB
Minderung Pflichtteil
9
Anrechnung Eigengeschenke
§ 2327 BGB
Minderung Pflichtteilsergänzung
10
Direktanspruch gegen Beschenkte prüfen
§ 2329 BGB
Wenn Nachlass insufficient
11
Verjährung prüfen
§ 2332 BGB
3 Jahre ab Kenntnis
Schritt 1 — Pflichtteilsberechtigte § 2303 BGB
Pflichtteilsberechtigt:
Abkömmlinge des Erblassers (Kinder, Enkel wenn Kinder vorverstorben — § 2309 BGB)
Ehegatte / eingetragener Lebenspartner (LPartG)
Eltern des Erblassers — nur wenn keine Abkömmlinge vorhanden
Nicht pflichtteilsberechtigt: Geschwister, Großeltern, Stiefeltern, Stiefkinder (ohne Adoption)
keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren
Hausrat
Zeitwert (geschätzt)
Lebensversicherung
Rückkaufswert (soweit keine Drittbegünstigung)
Passiva
Verbindlichkeit
Abzugsfähig
Erblasser-Schulden (Kredit, Steuern, Unterhalt)
Ja
Beerdigungskosten § 1968 BGB
Ja
Pflegekosten letzte Lebensjahre
Ja (soweit nicht bereits bezahlt)
Rechtsprechung live prüfen
keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren
Pflichtteils-Verbindlichkeiten anderer
Ja (als Erbfallschuld)
Schritt 5 — Pflichtteilsergänzung § 2325 BGB
Abschmelzungsregel
Schenkungsjahr vor Erbfall
Anrechnungsquote
1. Jahr (0–12 Monate vor Tod)
100 %
2. Jahr
90 %
3. Jahr
80 %
4. Jahr
70 %
5. Jahr
60 %
6. Jahr
50 %
7. Jahr
40 %
8. Jahr
30 %
9. Jahr
20 %
10. Jahr
10 %
> 10 Jahre
0 % — keine Anrechnung
Ausnahme: Ehegatte-Schenkungen
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Schenkung an Ehegatte vor 30 Jahren ist relevant wenn Ehe bei Tod noch bestand
Ausnahme: Schenkung unter Nießbrauchsvorbehalt
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Erblasser verschenkt Immobilie aber behält lebenslangen Nießbrauch → Frist ab Tod/Aufgabe Nießbrauch
Bewertung der Schenkung § 2325 Abs. 2 BGB
Sachtyp
Bewertungsregel
Geld, Wertpapiere (verbrauchbar)
Wert zum Schenkungszeitpunkt
Rechtsprechung live prüfen
keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren
PFLICHTTEILSBERECHNUNG
I. Nettonachlass
Aktiva zum Todestag: EUR [A]
- Passiva: EUR [B]
= Nettonachlass: EUR [C]
II. Pflichtteilsergänzung (Schenkungen)
Schenkung Nr. 1 vom [Datum]:
Wert (nicht verbrauchbar — Niederstwert): EUR [X]
Abschmelzung [X]%: EUR [Y]
Schenkung Nr. 2 vom [Datum]:
Wert (verbrauchbar — Nominalbetrag): EUR [X]
Abschmelzung [X]%: EUR [Y]
Summe Ergänzungsmasse: EUR [D]
III. Berechnungsbasis
Nettonachlass + Ergänzungsmasse: EUR [C+D]
IV. Pflichtteilsquote: [X/Y] (z.B. 1/8)
V. Pflichtteilsanspruch:
Nettonachlass × Quote: EUR [P1]
Ergänzungsanspruch:
Ergänzungsmasse × Quote: EUR [P2]
Gesamt (vor Anrechnung): EUR [P1+P2]
VI. Anrechnung § 2315 BGB (Vorausempfang): EUR [minus A]
Gesamt-Pflichtteilsanspruch: EUR [Summe]
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
Konstellation
Empfohlener Weg
Standard — Pflichtteil berechnen
Neunstufiges Schema; Schriftsatzbausteine unten
Variante A — Erbe zahlt freiwillig wenn Betrag klar
Aussergerichtliche Geltendmachung; Klage nur als Backup
Variante B — viele Schenkungen innerhalb von 10 Jahren
Pflichtteilsergaenzung § 2325 BGB Hauptfokus
Variante C — Immobilienwert streitig
Sachverstaendigengutachten einplanen; Stufenklage als Sicherheit
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Schriftsatz-Bausteine
Auskunftsanforderung § 2314 BGB
An die Erben nach [Erblasser]
[Adresse]
Auskunfts- und Wertermittlungsanspruch nach § 2314 BGB
Sehr geehrte Damen und Herren,
namens und in Vollmacht unseres Mandanten — [Name] als
Pflichtteilsberechtigter nach dem am [Datum] verstorbenen
[Erblasser] — fordern wir Sie auf, binnen vier Wochen ein
notarielles Nachlassverzeichnis nach § 2314 Abs. 1 Satz 3
BGB vorzulegen.
Das Verzeichnis muss enthalten:
1. Sämtliche Aktiva und Passiva des Nachlasses zum Todestag
[Datum], bewertet nach §§ 2311, 2311a BGB
2. Sämtliche Schenkungen des Erblassers der letzten 10 Jahre
nach § 2325 BGB (auch gemischte Schenkungen und
Schenkungen unter Nießbrauchsvorbehalt)
3. Ausgleichungspflichtige Zuwendungen nach §§ 2315, 2316 BGB
Hinsichtlich der Bewertung von Immobilien und Unternehmen
verlangen wir bereits jetzt die Hinzuziehung eines vereidigten
Sachverständigen nach § 2314 Abs. 1 Satz 2 BGB. Die Kosten
trägt der Nachlass (§ 2314 Abs. 2 BGB).
Nach fruchtlosem Fristablauf werden wir Stufenklage nach
§ 254 ZPO erheben.
Mit freundlichen Grüßen
[Kanzlei]
Stufenklage § 254 ZPO (Antragsformulierung)
Klage
In der Sache [Pflichtteilsberechtigter] ./. [Erben]
beantragen wir:
I. Auskunftsstufe:
Die Beklagten werden verurteilt, Auskunft über den Bestand
des Nachlasses nach [Erblasser] zu erteilen durch Vorlage
eines vollständigen Bestandsverzeichnisses einschließlich
aller Schenkungen der letzten 10 Jahre.
II. Versicherungsstufe:
Die Beklagten werden verurteilt, die Richtigkeit des
vorgelegten Verzeichnisses an Eides statt zu versichern.
III. Zahlungsstufe:
Die Beklagten werden verurteilt, an den Kläger den sich
aus der Auskunft ergebenden Pflichtteilsanspruch nebst
Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem
Basiszinssatz seit Klagezustellung zu zahlen.
--- vor Versand klaeren ---
Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]
Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]
Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]
§ 2332 BGB Frist läuft ab Jahresende; keine Fristverlängerung
Stufenklage
Bei Auskunftsverweigerung unverzüglich Stufe 1 erheben
Einheitliches Verfahren; effizient
SV frühzeitig
Sachverständigen für Immobilien-/Unternehmens-Bewertung benennen
Basis für Pflichtteilshöhe; auf Nachlasskosten § 2314 Abs. 2 BGB
Schenkungsrecherche
Kontoauszüge Erblasser letzter 10 Jahre vollständig durchsuchen
Häufig unbekannte Schenkungen
Direktanspruch § 2329
Bei insolventen Erben gegen Beschenkte vorgehen
Sicherungsmechanismus wenn Nachlass aufgebraucht
Anschluss-Skills
fachanwalt-erbrecht-pflichtteilsberechnung — vertiefte Pflichtteilsberechnung mit Auskunftsstufe
nachlassinsolvenz-erbenhaftung-begrenzen — wenn Nachlass überschuldet
fachanwalt-erbrecht-testamentsvollstreckung — TV-Abwicklung in Pflichtteilskonstellationen
Quellen
BGB §§ 2303–2338, 2346, 1924 ff., 1371
ZPO § 254
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.