Schadenfall-Guide und Entscheidungslogik. Leitet Schritt fuer Schritt durch jeden Schadenfall (Unfall, Krankheit, Haftpflicht, Hausrat, Auto, Rechtsschutz, Todesfall, Invaliditaet). Liefert Self-Service-Checklisten, klaert wann und wie melden, welche Nachweise noetig sind, und wie Fristen und Kommunikation laufen. Schweizer Kontext als Standard. Triggert bei Fragen zu Schadenfall, Schadenmeldung, Unfall melden, Versicherung melden, was tun bei Schaden, Schadenformular, Versicherungsfall, Schadenanspruch, Frist versaeumt, Versicherung zahlt nicht, Leistungsablehnung, Einsprache, Schadenregulierung.
Schadenfall-Guide und Entscheidungslogik. Leitet Schritt fuer Schritt durch jeden Schadenfall (Unfall, Krankheit, Haftpflicht, Hausrat, Auto, Rechtsschutz, Todesfall, Invaliditaet). Liefert Self-Service-Checklisten, klaert wann und wie melden, welche Nachweise noetig sind, und wie Fristen und Kommunikation laufen. Schweizer Kontext als Standard. Triggert bei Fragen zu Schadenfall, Schadenmeldung, Unfall melden, Versicherung melden, was tun bei Schaden, Schadenformular, Versicherungsfall, Schadenanspruch, Frist versaeumt, Versicherung zahlt nicht, Leistungsablehnung, Einsprache, Schadenregulierung.
Dieser Skill ist ein interaktiver Notfallbegleiter fuer Versicherungsfaelle. Er fuehrt den Nutzer Schritt fuer Schritt durch den Schadenprozess — von der ersten Minute nach dem Ereignis bis zur abgeschlossenen Regulierung. Der Fokus liegt auf klaren Entscheidungsbaeumen: Was tun? Wem melden? Welche Nachweise? Welche Fristen?
Standardkontext: Schweiz (VVG, KVG, UVG, OR). Bei anderen Laendern werden die Referenzdaten entsprechend angepasst.
Companion Skills:
insurance-gap-analysis: Zeigt nach dem Schadenfall, ob Deckungsluecken bestehen.
policy-check: Hilft bei der Optimierung der Policen nach einem Schadenfall-Erlebnis.
scenario-stress-test: Modelliert die finanziellen Auswirkungen laengerer Schadenfaelle.
Wichtig: Dieser Skill ersetzt keine Rechtsberatung. Bei komplexen oder strittigen Faellen immer einen Anwalt oder den Ombudsman der Privatversicherung einschalten. Bei Personenschaeden oder Strafrecht: Rechtsschutzversicherung aktivieren.
Workflow
Dieser Skill hat einen anderen Aufbau als die uebrigen Finance-Skills. Statt 5 linearer Phasen arbeitet er mit einem Entscheidungsbaum: Der Nutzer beschreibt den Schadenfall, und der Skill leitet ihn durch die passende Route.
Schritt 1 — Schadenfall identifizieren
Ziel: Art des Schadenfalls bestimmen und den richtigen Prozess einleiten.
SOFORT:
□ KEINE Unterschriften, KEINE Anerkennung von Forderungen
□ Fristen in Briefen/Verfuegungen notieren (Einsprachefrist!)
□ Rechtsschutzversicherung anrufen BEVOR eigener Anwalt
INNERT 7 TAGEN:
□ Rechtsschutz-Schadenmeldung
□ Versicherung prueft Deckung und weist Anwalt zu
□ Alle Dokumente chronologisch sammeln
WICHTIG:
□ Rechtsschutzversicherung MUSS vor Anwaltsbeauftragung zustimmen
□ Sonst: Kostenubernahme gefaehrdet
□ Wartefrist bei neuen Policen beachten (90 Tage)
FRUEHERKENNUNG (ab 30 Tage Arbeitsunfaehigkeit):
□ Arbeitgeber / IV-Stelle: Frueherfassung melden
□ KTG-Leistungen sicherstellen
IV-ANMELDUNG (ab 6-12 Monate):
□ Anmeldeformular bei kantonaler IV-Stelle
□ Aerztliche Berichte sammeln
□ Arbeitgeber-Bericht
□ Geduld: IV-Verfahren dauert 12-24 Monate
WAEHREND IV-VERFAHREN:
□ KTG laeuft weiter (max. 720 Tage)
□ Eingliederungsmassnahmen der IV mitwirken
□ Regelmaessig Arztbesuche dokumentieren
BEI IV-ENTSCHEID:
□ Verfuegung pruefen (IV-Grad, Rentenhoehe)
□ Bei Ablehnung: Einsprache innert 30 Tagen
□ BVG-Invalidenrente separat bei PK anmelden
□ IV-Zusatzversicherung aktivieren (falls vorhanden)
J) Reise:
ANNULLIERUNG:
□ Reiseveranstalter sofort informieren
□ Arztzeugnis einholen (bei Krankheit als Grund)
□ Reiseversicherung melden mit Belegen
GEPAECKVERLUST:
□ Am Flughafen: PIR-Formular (Property Irregularity Report)
□ Airline-Reklamation innert 21 Tagen (Montrealer Abkommen)
□ Reise-/Hausratversicherung melden
ERKRANKUNG IM AUSLAND:
□ Notfall-Nummer der Krankenversicherung anrufen
□ Arzt aufsuchen, Belege aufbewahren
□ Kostengutsprache bei grosseren Behandlungen
□ Ruecktransport mit Versicherung absprechen
Schritt 3 — Schadenmeldung erstellen
Ziel: Den Nutzer beim Erstellen einer vollstaendigen Schadenmeldung unterstuetzen.
3.1 Universelle Schadenmeldung:
Hilf dem Nutzer, folgende Informationen zusammenzustellen:
SCHADENMELDUNG
==============
Policen-Nr.: ...
Versicherungsnehmer: ...
Datum/Uhrzeit: ...
Ort: ...
SCHADENHERGANG:
[Chronologische Beschreibung: Was ist passiert, wie ist es passiert,
wer war beteiligt. Sachlich, keine Spekulationen, keine Schuldzuweisung.]
BETEILIGTE PERSONEN:
Name, Adresse, Telefon, Versicherung (falls bekannt)
ZEUGEN:
Name, Adresse, Telefon
SCHADENHOEHE (geschaetzt):
- Sachschaden: CHF ...
- Personenschaden: [Beschreibung]
- Folgekosten: CHF ...
BEILAGEN:
□ Fotos (Anzahl: ...)
□ Polizeirapport (Nr.: ...)
□ Arztzeugnis
□ Kostenvoranschlaege
□ Kaufbelege
□ Europaeisches Unfallprotokoll
□ Weitere: ...
DATUM, UNTERSCHRIFT
3.2 Kommunikationsregeln:
DO:
✓ Sachlich und chronologisch beschreiben
✓ Nur Fakten, keine Vermutungen
✓ Vollstaendig — nichts weglassen
✓ Fristen einhalten
✓ Alles schriftlich (E-Mail oder Brief)
✓ Kopien aller Korrespondenz behalten
DON'T:
✗ Schuldanerkenntnis abgeben
✗ Voreilig Zahlungen leisten
✗ Schadenhoehe aufblaehen (Versicherungsbetrug!)
✗ Schaden verharmlosen
✗ Muendliche Abmachungen ohne schriftliche Bestaetigung
✗ Anwalt beauftragen ohne Rechtsschutz zu informieren
Schritt 4 — Regulierungsprozess begleiten
Ziel: Den Nutzer durch den Regulierungsprozess begleiten und bei Problemen helfen.
4.1 Typischer Ablauf:
ZEITLEISTE SCHADENREGULIERUNG
==============================
Tag 0: Schadenfall tritt ein
Tag 0-2: Sofortmassnahmen + Dokumentation
Tag 1-5: Schadenmeldung an Versicherung
Tag 5-10: Eingangsbestaetigung der Versicherung
Tag 10-30: Schadenprüfung durch Versicherung
(Ev. Besichtigung durch Experten/Schadensinspektor)
Tag 30-90: Leistungsentscheid
→ Leistung oder (Teil-)Ablehnung
BEI ABLEHNUNG:
Tag 0-30: Einsprache/Widerspruch (Frist beachten!)
Tag 30-90: Pruefung der Einsprache
→ Ev. Ombudsman einschalten
→ Ev. Rechtsschutz aktivieren (Klage)
4.2 Entscheidungsbaum bei Problemen:
VERSICHERUNG REAGIERT NICHT?
├── Eingangsbestaetigung fehlt (>10 Tage)
│ → Nachfassen per E-Mail + Frist setzen (14 Tage)
├── Keine Antwort auf Nachfrage
│ → Einschreiben mit Frist (14 Tage)
└── Weiterhin keine Antwort
→ Ombudsman oder FINMA-Beschwerde
LEISTUNG ABGELEHNT?
├── Begruendung nachvollziehbar?
│ ├── Ja → Akzeptieren (oder Deckung war tatsaechlich nicht gegeben)
│ └── Nein → Einsprache (schriftlich, mit Begruendung)
├── Leistung zu tief?
│ → Eigene Schaetzung/Gutachten einholen
│ → Differenz begruenden und nachfordern
└── Teilablehnung?
→ Akzeptierten Teil auszahlen lassen
→ Abgelehnten Teil separat anfechten
EINSPRACHE ABGELEHNT?
├── Ombudsman der Privatversicherung einschalten (kostenlos)
├── Rechtsschutzversicherung aktivieren
└── Klage (letztes Mittel)
→ Friedensrichter (bis CHF 2'000 obligatorisch)
→ Bezirksgericht (ab CHF 2'000)
→ Schlichtungsverfahren (Arbeits-/Mietrecht)
VERDACHT AUF UNFAIRE BEHANDLUNG?
├── Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) selbst lesen
├── Ombudsman konsultieren (neutral, kostenlos)
├── FINMA-Beschwerde (bei systematischem Fehlverhalten)
└── Medien (Kassensturz, Espresso) als letztes Mittel
4.3 Fristen-Uebersicht:
Erstelle fuer den konkreten Fall eine Fristen-Checkliste:
Keine Rechtsberatung: Dieser Skill ersetzt keinen Anwalt. Bei strittigen Faellen, Personenschaeden oder hohen Summen: Professionelle Hilfe holen.
Schadenminderungspflicht: Der Versicherungsnehmer MUSS den Schaden begrenzen (VVG Art. 61). Wer nichts unternimmt, riskiert Leistungskuerzung.
Kein Schuldanerkenntnis: Nie gegenueber Dritten die Schuld anerkennen — das ist Sache der Versicherung.
Dokumentation ist alles: Fotos, Zeugen, Belege — je mehr, desto besser. Lieber zu viel als zu wenig dokumentieren.
Fristen sind heilig: Versaeumte Fristen koennen zum Leistungsverlust fuehren. Im Zweifel sofort handeln.
Ombudsman ist kostenlos: Der Ombudsman der Privatversicherung (ombudsman-assurance.ch) vermittelt kostenlos und neutral.
Iterativ: Der Nutzer kann den Guide jederzeit fuer einen neuen Schadenfall starten.
Laenderanpassung: Bei Nutzern ausserhalb der Schweiz: Rechtliche Grundlagen und Fristen anpassen.
Datenschutz: Alle Daten bleiben lokal. Es werden keine Daten an externe Dienste gesendet.
Proaktiv: Weise den Nutzer auf leicht vergessene Schritte hin (z.B. UVG-Meldung bei Arbeitsunfall, Polizeimeldung bei Diebstahl, Frist fuer Einsprache).