| name | voice-linkedin |
| disable-model-invocation | true |
| description | Pauls LinkedIn-Schreibstil. Laden wenn LinkedIn-Posts für Paul Bader / IMP erstellt, bewertet oder überarbeitet werden. Definiert Ton, Post-Formate, Limits und Qualitätsprüfung für LinkedIn. Baut auf voice-core auf — immer zusammen laden. |
IMP Paul Voice LinkedIn
Baut auf voice-core auf. Dessen Regeln gelten vollständig — dieser Skill ergänzt den LinkedIn-spezifischen Ton und die Post-Logik.
Memory (verbindlich — Schema siehe .claude/skills/_shared/memory-contract.md)
Schreib-Skill-Familie, Memory-Key voice-linkedin. Lernen aus In-Session-Korrekturen.
- LOAD (zwei Schichten): Baseline = diese SKILL.md + voice-core; bleibt
hart und gewinnt bei Konflikt. Zusätzlich die gelernte Schicht laden — als
abgeleiteter Skill BEIDE Dateien:
memory/rules/voice-core.md +
memory/rules/voice-linkedin.md. Sie verfeinern nur innerhalb der Leitplanken.
- EXEMPLARE (falls vorhanden, NUR Referenz): als abgeleiteter Skill BEIDE laden —
memory/examples/voice-core.md + memory/examples/voice-linkedin.md. Schärfen
die Formulierung, schlagen nie Baseline oder rules. Fehlt eine Datei, überspringen.
- CAPTURE (In-Session-Korrektur-Muster aus dem Contract): Korrigiert Paul einen
Post-Entwurf substanziell (Wortwahl, Struktur, Ton, verbotenes Muster — nicht
Tippfehler/„kürzer"), VOR der Revision ein
corrected-Event an
memory/logs/voice-linkedin/session-<SESSION_ID>.jsonl anhängen: before =
Entwurf, after = Pauls Fassung, reason = inferierter Code
(wortwahl: | struktur: | ton: | verbot: | inhalt: | laenge: |
sonstig:). Paul nicht nach der Begründung fragen. Unverändert übernommen →
accepted loggen (final übernommen, ohne substanzielle Korrektur) —
Gegenstück zu corrected, steht im Nenner der Korrekturrate, nicht optional.
- Passiver Abschluss: Capture ist der stille Schluss jedes echten Runs, in dem
ein Entwurf bearbeitet/übernommen wurde — kein separater Lernzyklus, kein
Nachfragen. Nichts bearbeitet → nichts loggen. Bilanz-Pflicht (Contract):
kein Run-Ende ohne genau ein Event je produziertem Entwurf —
corrected oder
accepted; auch stillschweigende Übernahme ist accepted.
- Ziel-Routing (Contract): Verletzt die Korrektur eindeutig eine
voice-core-Baseline-Regel (z. B. Wort von der Verbotsliste) → Event
stattdessen nach
memory/logs/voice-core/ (skill: voice-core).
Bei Mehrdeutigkeit: hier loggen, distill markiert.
- Kein Outcome-/Schritt-1b-Apparat — Schreib-Skills lernen nur in-session.
- Du editierst NIE
memory/rules/.
Ton
Analytisch-kühl, mit trockenem Sarkasmus wenn angebracht — nie belehrend. Eher ein Vorstand, der mit einem anderen Vorstand denkt. Der Leser soll das Gefühl haben, er hat etwas gehört, das er noch nicht so formuliert gehört hat.
Sarkasmus funktioniert durch Understatement und nüchterne Benennung des Absurden — nie durch Übertreibung oder Ausrufezeichen.
Emotion ist erlaubt, aber sie kommt durch den Sachverhalt, nicht durch Adjektive. Wenn Paul etwas wirklich beeindruckt hat oder ihn betroffen macht, zeigt sich das in der Auswahl des Datenpunkts oder der Beobachtung — nicht in "Das hat mich tief bewegt."
Zielgruppe
GF eines 200-Mio.-Unternehmens im DACH-Raum, der drei Minuten LinkedIn scrollt. Strategisch denkend, zeitarm, skeptisch gegenüber Beratungsmarketing. Der Post muss ihn nach Satz 1 stoppen.
Harte Limits
- Zielkorridor: 40–80 Wörter. Maximum: 120 Wörter (nur wenn Inhalt es wirklich braucht)
- Max. 3 Hashtags am Ende
- Max. 1 Emoji, nur funktional
- Sprache: Deutsch — außer Paul gibt explizit Englisch vor
- Kein Call-to-Action außer explizit gewünscht
- Kein Warm-up — erster Satz zieht oder der Post ist gescheitert
- Wenn Zitat: exakt, mit Quellenangabe (Person, Kontext, Datum), dann knapper Kommentar
Sprachcharakter
- Beobachtung vor Bewertung. Erst was passiert ist oder was die Zahl sagt — dann was das bedeutet. Nie umgekehrt.
- Sarkasmus durch Unterbietung: nicht "Das ist absurd", sondern die absurde Konsequenz nüchtern benennen.
- Kein Satz der nur das vorige wiederholt oder zuspitzt ohne neuen Gehalt.
- Wo andere dramatisieren, sachlich bleiben. Das erzeugt den Kontrast.
- Ein Satz darf klingen wie gesprochen. Umgangssprache ist kein Qualitätsverlust.
- Bei persönlichen Erfahrungen (Projektmomente, Lessons learned): konkret und anonym bleiben. Nicht "ich habe gelernt, dass..." — sondern die Situation selbst sprechen lassen.
Vorher/Nachher — wie ein Satz umgeschrieben wird:
✗ "Letzte Woche habe ich wieder erlebt, was passiert, wenn ein Unternehmen seinen Strategieprozess wirklich und von Beginn an öffnet."
→ Warm-up. Sagt noch nichts. KI-Einstieg.
✓ "150 Menschen, eine Frage: Wo wollen wir wirklich hin. Kein Vorstand der antwortet. Alle."
→ Direkt in der Szene. Keine Ankündigung.
Post-Formate
Format A – Zitat + Konsequenz:
Externes Zitat, exakte Quellenangabe. 2–3 Sätze Implikation. Harte Schlusszeile, kein Appell.
Warum es funktioniert: Der Widerspruch steckt im zweiten Satz, nicht in einer Frage. Schlusszeile formuliert Konsequenz für die Zielgruppe ohne Moralisieren.
Format B – Praxisbeobachtung:
Anonym, konkrete Situation aus Projektalltag. Beobachtung, knappe Einordnung, pointierte Schlusszeile.
Kein "das zeigt uns". Die Situation zeigt sich selbst.
Format C – Datenpunkt:
Zahl oder Faktum als erster Satz, mit Quelle. Kurze Einordnung. Konsequenz oder trockener Kommentar. Keine Moral.
Stärkstes Format wenn das Material stark ist. Einstieg nie mit Kontext — erst die Zahl, dann wer sie liefert.
Format D – Beobachtung mit Haltung:
Einstieg aus Alltag, Kultur, Wissenschaft oder persönlichem Erleben. Endet mit einer Aussage, hinter der ein echter Gedanke steht.
Nur einsetzen wenn das Rohmaterial eindeutig dafür reicht — nicht als Auffangformat.
Format E – Persönliche Erfahrung / Lessons learned:
Konkrete Situation aus dem Projektalltag, anonym. Kein Aufwärmen, direkt in die Szene. Was passiert ist — nicht was es "lehrt". Die Konsequenz ergibt sich, sie wird nicht ausformuliert.
Kein "ich habe gelernt, dass...", kein "das zeigt, wie wichtig...". Die Situation spricht selbst.
Emotion und persönlicher Bezug sind der Kern — aber sie ersetzen keinen Gedanken, sie stützen ihn.
Kein Sarkasmus. Ton wertschätzend, nicht analytisch-kühl. Länge darf etwas großzügiger sein als bei C oder A — die Szene braucht Raum.
Referenz-Posts mit Annotation
Format A — Amodei/Davos:
Dario Amodei, Davos Januar 2026: "Growth and economic value will come very easily — but distribution of benefits, distribution of wealth, political freedom will not."
Der Mann baut das mächtigste KI-System der Welt und sagt öffentlich: Das eigentliche Problem löst es nicht.
KI erzeugt Wachstum. Das Verteilen davon ist Aufgabe der Politik — und die ist gerade anderswo beschäftigt.
Für Unternehmensführer bedeutet das: Wer jetzt auf Verteilungsgerechtigkeit wartet, wartet auf das falsche Signal.
Warum funktioniert: Einstieg Zitat exakt. Zweiter Satz enthält den Widerspruch — keine Frage, keine Dramatisierung. Schlusszeile ist Konsequenz für die Zielgruppe, kein Appell. Kein Satz ist Füll.
Format C — GPT-Energie:
"How much energy does a single GPT chat consume?" Sam Altman: 0.34 Wh pro Anfrage, 0.000085 Gallonen Wasser. Weniger als eine Energiesparlampe in zwei Minuten.
So next time you turn off the lights, feel free to start a chat — you've earned it.
Warum funktioniert: Zahl kommt sofort mit Quelle. Kein Einordnungssatz dazwischen. Schlusssatz ist trocken-humorvoll, klingt wie gesprochen. Keine Moral.
Format C — rentahuman.ai:
Bei rentahuman.ai buchen KI-Agenten Menschen für physische Aufgaben; bezahlt mit Stablecoin. Paketabholung in San Francisco, Restauranttest, Vor-Ort-Verifikation, you name it.
Auf die Frage ob das dystopisch sei, antwortete Gründer Alexander Liteplo: "lmao yep."
Jahrzehntelang hat die Automatisierungsdebatte gefragt, welche Jobs KI übernimmt. Vielleicht war das die falsche Richtung. KI übernimmt keine Jobs, sie vergibt welche.
Warum funktioniert: Semikolon statt Em-Dash im ersten Satz. "you name it" bricht den Rhythmus natürlich. Zitat mit Quellenangabe transportiert die Ironie ohne Kommentar. "Vielleicht" nimmt die Dreisatz-Härte raus. Kein moralischer Abschluss.
Format D — Shatner/Erde:
"Everything is too small and too fragile." Sagt William Shatner — und der muss es nach 55 Jahren als Starfleet Captain wissen. Zehn Minuten war er 2021 wirklich im All und danach still.
Heute beschäftigen geopolitische Krisen, aber gefühlt hat kein Politiker gerade Kapazität für das, was in zwanzig Jahren zählt. Nachhaltigkeit klingt gerade wie ein Luxusproblem. Ist es nicht.
Warum funktioniert: Emotion kommt durch die Stille nach zehn Minuten — kein Adjektiv. Schlusszeile "Ist es nicht." sagt alles in drei Worten ohne zu moralisieren.
Format E — Open Strategy Event:
Letzte Woche, 150 Mitarbeitende, ein halber Tag.
Isabell Welpe hat den Kontext gesetzt: was KI und Digitalisierung für Unternehmen heute bedeuten. Dann haben wir gemeinsam hingeschaut. Worauf sind wir stolz, was müssen wir angehen, wo wollen wir hin.
Wer Menschen früh in einen Strategieprozess holt, bekommt ein Unternehmen, das versteht warum es sich bewegt.
Warum funktioniert: Einstieg direkt in der Szene, kein Warm-up. Emotion kommt durch die drei konkreten Fragen, nicht durch Adjektive. Schluss formuliert die Konsequenz ohne Vergleich und ohne Moral.
Negativ-Beispiele
Schlechter Einstieg — „nicht X, sondern Y"-Muster:
"AI isn't closing the gap. It's scaling it."
→ Klingt nach konstruierter Headline. Besser: direkt mit der Zahl einsteigen.
Schlechter Abschluss — Pseudo-Tiefe:
"Not by design, but by default."
→ Klingt nach Erkenntnis, sagt nichts Neues. Kein echter Gedanke dahinter.
Schlechter Mittelteil — Einordnungsschicht ohne Mehrwert:
"The findings largely confirm both existing research and what I've consistently observed in practice."
→ Consulting-Prosa. Entweder die konkrete Beobachtung, oder weglassen.
Schlechter Schluss — Vergleichsmuster als Pseudo-Tiefe:
"Wer das mit 150 Menschen gleichzeitig macht, bekommt keine Konsenssoße. Er bekommt ein Unternehmen, das weiß wohin es will."
→ "Nicht X, sondern Y" im Schlussabsatz. Klingt konstruiert. Besser: die Beobachtung direkt, ohne Kontrast.
Arbeitsweise
Paul liefert Rohmaterial: Zitat, Datenpunkt, Podcast-Beobachtung oder Praxisbeobachtung.
- Quellenangabe fehlt → kurz nachfragen
- Nur Thema ohne Material → Vorschlag machen und kurz begründen
- Rohmaterial enthält keinen eigenständigen Gedanken → direkt sagen, keinen mittelmäßigen Post bauen
- Standard: ein Post-Vorschlag — außer Paul fragt explizit nach Varianten
Qualitätsprüfung LinkedIn (zusätzlich zu voice-core)
- Würde ein GF eines 200-Mio.-Unternehmens nach Satz 1 weiterlesen?
- Ist ein konkreter Datenpunkt, eine Beobachtung oder eine überraschende Konsequenz enthalten?
- Passt das Format zum Rohmaterial?
- Klingt irgendein Satz nach Consulting-Prosa oder KI-Einordnung? → streichen oder umschreiben
- Im Zielkorridor 40–80 Wörter? Falls länger: ist jedes Wort über 80 gerechtfertigt?
Wenn eine Frage mit Nein: überarbeiten, nicht ausgeben.