| name | kennzahlenset-und-ampelsystem-starug-konform |
| title | Kennzahlenset und Ampelsystem — StaRUG-konform |
| description | StaRUG-konformes KPI-Set und Ampelsystem für Krisenfrueherkennung definieren: Berater oder GF braucht messbare Schwellenwerte für Krisen-Monitoring. Normen: § 1 StaRUG (Frueherkennungspflicht), IDW PS 340 n.F. Prüfraster: Liquiditaetsreichweite, EBITDA-Coverage, Net-Debt-EBITDA, Covenant-Headroom, DSCR — numerische Schwellen gruen/gelb/rot, Berechnungsformeln, Eskalationslogik. Output KPI-Dashboard-Template, Ampelsystem-Beschreibung, Schwellenwert-Dokumentation. Abgrenzung: Fruehwarnsystem-Architektur siehe fruehwarnsystem-architektur-zwei-jahres-horizont; Liquiditaetsplanung siehe rollierende-liquiditaetsplanung-24-monate-template. |
| author | Klotzkette |
| author_url | https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/krisenfrueherkennung-starug/skills/kennzahlenset-und-ampelsystem-starug-konform |
| license | Apache-2.0 |
| version | 0.1.0 |
| execution_mode | open |
| jurisdiction | de |
| practice | bankruptcy |
| language | de |
Kennzahlenset und Ampelsystem — StaRUG-konform
Ein Ampelsystem ohne kalibrierte Schwellenwerte ist eine Farbenspielerei ohne Steuerungsnutzen. Das StaRUG-konforme KPI-Set verbindet betriebswirtschaftliche Standardkennzahlen mit klaren, numerisch definierten Auslösern — so dass jeder Geschäftsführer und jeder Berater sofort erkennt: Grün ist alles in Ordnung, Gelb ist Handlungsbedarf, Rot ist Krisenalarm. Die Schwellen sind nicht willkürlich, sondern aus der Rechtsprechung, IDW-Standards und Bankpraxis abgeleitet.
Rechtsgrundlagen
- § 1 StaRUG (Früherkennungspflicht mit KPI-basierter Überwachung)
- § 18 InsO (drohende Zahlungsunfähigkeit — Liquiditätsreichweite als Schlüsselindikator)
- IDW PS 340 n.F. (Risikobewertung, Schwellenwerte, Eskalationsstufen)
- IDW S 6 Tz. 40 ff. (Leistungsfähigkeitsanalyse, Kennzahlen)
- IDW S 11 (Beurteilung Insolvenzeröffnungsgründe — Liquiditätstest)
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Pflichten
1. Warum quantitative Schwellen unverzichtbar sind
Qualitative Urteile wie "die Liquidität ist angespannt" genügen nicht. § 1 StaRUG verlangt rechtzeitiges Erkennen und Handeln — das setzt messbare Auslöser voraus. Ohne definierte Schwellen:
- Keine objektive Eskalationspflicht auslösbar
- Keine Beweissicherung für "rechtzeitig erkannt"
- Kein Nachweis gegenüber Insolvenzverwalter oder Gericht
2. Das KPI-Set — Sieben Kern-Indikatoren
Die folgenden sieben KPIs bilden das Rückgrat des Ampelsystems:
KPI 1: Liquiditätsreichweite
Definition: Verfügbare Liquidität (Kasse + freie Kreditlinien) ÷ durchschnittl. monatl. Auszahlungen
Einheit: Monate
Grün: ≥ 6 Monate
Gelb: 3 bis < 6 Monate
Rot: < 3 Monate
Bedeutung: Überleben-Indikator Nr. 1 — wie lange kann das Unternehmen ohne neue Einnahmen zahlen?
KPI 2: EBITDA-Coverage (Zinsdeckungsgrad)
Definition: EBITDA ÷ Zinsaufwand (rolling 12 Monate)
Einheit: Faktor (x)
Grün: ≥ 3,0x
Gelb: 1,5x bis < 3,0x
Rot: < 1,5x
Bedeutung: Kann das Unternehmen aus dem operativen Ergebnis seine Zinsen bedienen?
KPI 3: Net-Debt/EBITDA
Definition: Nettofinanzverbindlichkeiten ÷ EBITDA (rolling 12 Monate)
Nettoverschuldung = Bankschulden + Anleihen - flüssige Mittel
Einheit: Faktor (x)
Grün: ≤ 3,0x
Gelb: 3,0x bis 4,5x
Rot: > 4,5x
Bedeutung: Wie viele Jahre EBITDA braucht das Unternehmen, um schuldenfrei zu werden?