| name | fortbestehensprognose-zusammenfuehren |
| title | Fortbestehensprognose zusammenführen |
| description | Führt alle Bausteine zusammen — bilanzieller Status Annahmen Plausibilisierung 12-Monats-Liquiditaet Sensitivitaetsszenarien — und bewertet ob die Fortbestehensprognose nach § 19 Abs. 2 InsO positiv ist. Massstab ueberwiegende Wahrscheinlichkeit dass das Unternehmen im Prognosezeitraum zahlungsfähig bleibt (mehr als 50 Prozent). IDW S 11 Massstab. Schaltet bei Bedarf den Skill `sanierungsbausteine-vorschlagen` aus oder eskaliert über `wenn-prognose-negativ-naechste-schritte` zum Insolvenzanwalt. |
| author | Klotzkette |
| author_url | https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/fortbestehensprognose/skills/fortbestehensprognose-zusammenfuehren |
| license | Apache-2.0 |
| version | 0.1.0 |
| execution_mode | open |
| jurisdiction | de |
| practice | bankruptcy |
| language | de |
Fortbestehensprognose zusammenführen
Maßstab
§ 19 Abs. 2 InsO seit SanInsFoG 2021: "Die Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich" — Prognosezeitraum zwölf Monate.
Überwiegend wahrscheinlich bedeutet mehr als 50 Prozent Wahrscheinlichkeit (klassische BGH-Rspr. zur Vorhersage; bestätigt durch IDW S 11).
Operativ — was bedeutet das?
Die abstrakte Wahrscheinlichkeitsformel ist methodisch durch die Zahlungsfähigkeitsprognose zu fuellen. Die Fortbestehensprognose ist genau dann positiv wenn das Unternehmen über den Zwölf-Monats-Horizont mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in die Zahlungsunfähigkeit nach § 17 InsO gerät. Das bedeutet konkret:
- In jedem Zeitabschnitt der zwölf Monate müssen mindestens 90 Prozent der dann fälligen Verbindlichkeiten aus den verfügbaren Mitteln (Liquiditätsbestand plus Kreditlinie plus rechtzeitig erzielbare Zufluesse) gedeckt werden können.
- Maßstab: BGH-Linie zum 10-%-/3-Wochen-Schema (Zahlungsstockung vs. Zahlungsunfähigkeit). Konkrete Aktenzeichen vor Ausgabe über dejure.org / openjur.de mit Datum und Randnummer verifizieren.
Wenn die Liquiditätsplanung in jedem Zeitabschnitt diese Schwelle einhaelt — auch im plausibilisierten Negativ-Szenario — ist die Fortbestehensprognose positiv. Wenn die Schwelle in einem oder mehreren Zeitabschnitten oder über laengere Phasen reisst und auch durch Sanierungsbausteine nicht verbindlich geschlossen werden kann ist die Prognose negativ.
Die "mehr als 50 Prozent Wahrscheinlichkeit" der Prognose ist also nicht abstrakt zu vermuten sondern aus dem Liquiditätsplan und seiner Sensitivitaet abzuleiten: über das Basis-Szenario hinaus muss auch das plausible Negativ-Szenario die Schwelle einhalten — andernfalls reicht die Wahrscheinlichkeit nicht aus.
Prüfablauf
Schritt 1 — Bilanzielle Überschuldung gegeben?
Aus Skill bilanzieller-status-aufnehmen:
- Bilanzielle Überschuldung gegeben? Wenn nein: § 19 InsO nicht erfüllt — Fortbestehensprognose nicht erforderlich (aber häufig sinnvoll als Krisendokumentation).
- Wenn ja: weiter zu Schritt 2.
Schritt 2 — Annahmen plausibilisiert?
Aus Skill annahmen-belastbarkeit-plausibilisieren:
- Annahmen überwiegend realistisch oder konservativ?
- Maximal eine oder zwei ambitionierte Annahmen die nicht tragend sind?
- Nicht-belastbare Annahmen ausgeschlossen?