| name | fruehwarnsystem-architektur-zwei-jahres-horizont |
| title | Frühwarnsystem-Architektur mit Zwei-Jahres-Horizont |
| description | StaRUG-konformes Fruehwarnsystem mit 24-Monats-Horizont architektieren: Unternehmen will § 1 StaRUG Krisenfrueherkennung implementieren. Normen: § 1 StaRUG (Frueherkennungspflicht), IDW S 6 (Sanierungsstandard), IDW PS 340 n.F. (Risikomanagement-Prüfung). Prüfraster: Risiko-Inventar, KPI-Kaskade, Eskalationsstufen, Reporting-Frequenzen, Schwellenwerte, Organisationseinbettung. Output Fruehwarnsystem-Konzept, Implementierungsplan, Governance-Struktur. Abgrenzung: KPI-Set Ampelsystem siehe kennzahlenset-und-ampelsystem-starug-konform; Liquiditaetsplanung siehe rollierende-liquiditaetsplanung-24-monate-template. |
| author | Klotzkette |
| author_url | https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/krisenfrueherkennung-starug/skills/fruehwarnsystem-architektur-zwei-jahres-horizont |
| license | Apache-2.0 |
| version | 0.1.1 |
| execution_mode | open |
| jurisdiction | de |
| practice | bankruptcy |
| language | de |
Frühwarnsystem-Architektur mit Zwei-Jahres-Horizont
Ein Frühwarnsystem nach § 1 StaRUG ist kein Excel-Sheet in einer Schublade — es ist eine lebende Governance-Struktur. IDW PS 340 n.F. und IDW S 6 geben die fachlichen Standards vor. Wer diesen Rahmen nicht in die operative Unternehmenssteuerung integriert, erfüllt die gesetzliche Pflicht nur auf dem Papier — und steht im Haftungsfall ohne belastbaren Nachweis da.
Rechtsgrundlagen
- § 1 StaRUG (Krisenfrüherkennungspflicht)
- § 91 Abs. 2 AktG (Risikoüberwachungssystem für AG)
- IDW PS 340 n.F. (Anforderungen an Risikofrüherkennungssysteme, Stand 2020)
- IDW S 6 (Anforderungen an Sanierungskonzepte, Stand 2018)
- IDW S 11 (Beurteilung des Vorliegens von Insolvenzeröffnungsgründen, Stand 2021)
- § 18 InsO (drohende Zahlungsunfähigkeit)
Pflichten
1. Rechtliche Anforderungen an das Frühwarnsystem
Ein § 1 StaRUG-konformes Frühwarnsystem muss folgende Mindestanforderungen erfüllen:
Formale Anforderungen:
- Schriftlich dokumentiert und von der Geschäftsführung förmlich beschlossen
- Klar definierte Verantwortlichkeiten (wer meldet was an wen bis wann)
- Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung (mindestens jährlich)
- Nachweis der tatsächlichen Anwendung (Protokolle, Berichte)
Inhaltliche Anforderungen (IDW PS 340 n.F.):
- Risikoidentifikation, Risikobewertung und Risikoüberwachung
- Festlegung von Risikotoleranzgrenzen und Eskalationsschwellen
- Integration in die Unternehmensplanung (kein separates Silo)
- Bestandsgefährdungsrisiken besonders hervorheben
2. IDW PS 340 n.F. — Kernelemente
IDW PS 340 n.F. (Neufassung 2020) verlangt:
| Element | Inhalt |
|---|
| Risikoidentifikation | Vollständige Erfassung aller wesentlichen Risiken (intern + extern) |
| Risikobewertung | Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe quantifizieren |
| Risikoaggregation | Gesamtrisikoprofil — Wechselwirkungen berücksichtigen |
| Risikoüberwachung | KPIs, Meilensteine, Plan-Ist-Abweichungen |
| Berichterstattung | Regelkreis von GF zum Aufsichtsorgan |
Vorgehen
Schritt 1: Risiko-Inventar aufbauen
Das Risiko-Inventar ist die Basis des Frühwarnsystems. Typische Risikofelder: