Gegendarstellungsrecht im Presserecht prüfen und Gegendarstellung ausformulieren. §§ 10 ff. LPG Art. 5 GG. Prüfraster: Tatsachenbehauptung Erstmitteilung Fristen Form Umfang Abdruck Unterlassungsanspruch. Output: Gegendarstellungstext Aufforderungsschreiben. Abgrenzung: nicht für Online-Gegendarstellungen nach TMG oder DSA.
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Gegendarstellungsrecht im Presserecht prüfen und Gegendarstellung ausformulieren. §§ 10 ff. LPG Art. 5 GG. Prüfraster: Tatsachenbehauptung Erstmitteilung Fristen Form Umfang Abdruck Unterlassungsanspruch. Output: Gegendarstellungstext Aufforderungsschreiben. Abgrenzung: nicht für Online-Gegendarstellungen nach TMG oder DSA.
Das Recht auf Gegendarstellung ist ein Sonderrecht der Pressegesetzgebung: Es ermöglicht der betroffenen Person, falsche Tatsachenbehauptungen ohne Umweg über ein Gerichtsverfahren korrigieren zu lassen. Das Verfahren ist schnell, präventiv und öffentlichkeitswirksam. Die Herausforderung liegt in der präzisen Abgrenzung von Tatsachen und Meinungen sowie in der Einhaltung strenger Formvorschriften.
8 Kaltstart-Rückfragen:
In welchem Medium wurde die beanstandete Aussage veröffentlicht (Tageszeitung, Online-Artikel, Rundfunk, Social Media einer Redaktion)?
Lässt sich die beanstandete Aussage als Tatsachenbehauptung qualifizieren – oder ist es eher ein Werturteil oder eine Meinungsäußerung?
Ist der Mandant persönlich oder unmittelbar von der Aussage betroffen?
Wann war die Veröffentlichung und ist die Frist zur Einreichung der Gegendarstellung (typisch 2 Wochen) noch nicht abgelaufen?
Hat die Redaktion bereits freiwillig Korrekturen oder Nachfragen erhalten und wie hat sie reagiert?
Welche konkreten Folgen hat die falsche Behauptung: berufliche, wirtschaftliche, persönliche Nachteile?
Soll die Gegendarstellung allein stehen oder werden parallel Unterlassung/Schadensersatz geltend gemacht?
Ist das Medium bundesweit verbreitet oder regional; wer ist die zuständige Landespressebehörde?
Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist fuer den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Gegendarstellungsanspruch; je nach Bundesland leicht unterschiedliche Fristregeln
MStV § 20
Gegendarstellung in journalistischen Online-Angeboten (Telemedien)
MStV § 19
Sorgfaltspflichten der Presse und Rundfunk; Berichtigungsanspruch
BGB § 823 Abs. 1
Persönlichkeitsrechtsverletzung: Schadensersatz bei ehrverletzenden Behauptungen
BGB § 1004 analog
Unterlassungsanspruch bei fortdauernder Persönlichkeitsrechtsverletzung
GG Art. 1, Art. 2
Allgemeines Persönlichkeitsrecht als Grundrecht
GG Art. 5
Meinungs- und Pressefreiheit; Abwägung mit Persönlichkeitsrecht
ZPO § 935
Einstweilige Verfügung bei Verweigerung der Gegendarstellungsveröffentlichung
ZPO § 940
Einstweilige Verfügung zur Regelung eines vorläufigen Zustands
Leitentscheidungen
Aktenzeichen
Gericht / Datum
Leitsatz
Rechtsprechung live prüfen
Live-Verifikation erforderlich
keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren
Rechtsprechung live prüfen
Live-Verifikation erforderlich
keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und Aussage protokollieren
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Rechtsprechung live prüfen
Live-Verifikation erforderlich
keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und Aussage protokollieren
keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren
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Verwirkung: Sehr späte Einreichung kann Rechtsmissbrauch begründen wenn Aktualität fehlt
§ 242 BGB
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
Strafrecht § 186 StGB parallel zur Gegendarstellung
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Schriftsatzbausteine
Baustein 1 – Gegendarstellungstext (Muster)
GEGENDARSTELLUNG gemäß § [N] [LPG des Bundeslandes]
(z.B. § 11 LPG NRW / Art. 10 BayPrG / § 11 LPG HH)
In der Ausgabe vom [Datum] von [Medienname], Seite [N],
unter der Überschrift [Titel], wird Folgendes behauptet:
"[Wörtliches Zitat der beanstandeten Tatsachenbehauptung]"
Dazu erkläre ich:
[Knapp formulierte, sachliche, gegenläufige Tatsachen-
aussage: z.B. "Ich war am [Datum] nicht Anwesender bei
dem in Rede stehenden Treffen. Ich befand mich nachweislich
in [Ort]. Fotos und Dokumente belegen meinen Aufenthaltsort."]
[Ort, Datum]
[Eigenhändige Original-Unterschrift]
[Name des Betroffenen]
Baustein 2 – Anschreiben an die Redaktion
An die Chefredaktion [Medium]
Redaktion [Name]
[Anschrift]
– Per Einschreiben mit Rückschein –
[Ort, Datum]
Gegendarstellungsverlangen gemäß § [N] LPG [Bundesland]
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir zeigen die anwaltliche Vertretung von [Name des Betroffenen]
an.
In Ihrer Ausgabe/Ihrem Online-Beitrag vom [Datum] (Anlage K1:
Screenshot/Zeitungsseite) wird über unseren Mandanten behauptet:
"[Zitat der falschen Tatsachenbehauptung]"
Diese Behauptung ist unrichtig. Wir übersenden beigefügt die
Gegendarstellung unseres Mandanten nach § [N] LPG [Bundesland]
mit dem Verlangen, diese in der nächsten regulären Ausgabe
in gleicher Aufmachung (Sektion, Schriftgröße, Sichtbarkeit)
zu veröffentlichen.
Die Original-Unterschrift liegt bei.
Bei ausbleibender Veröffentlichung in der nächsten Ausgabe
werden wir einstweiligen Rechtsschutz beantragen.
Wir bitten um Empfangsbestätigung binnen 24 Stunden.
[Ort, Datum]
[Kanzlei, Unterschrift]
Baustein 3 – Antrag auf einstweilige Verfügung (Muster)
AN DAS LANDGERICHT [...]
Antragsteller: [Name]
Antragsgegnerin: [Verlag/Medium]
Streitwert: EUR [15.000–30.000 typisch]
ANTRAG AUF EINSTWEILIGE VERFÜGUNG
gemäß §§ 935, 940 ZPO
Es wird beantragt,
der Antragsgegnerin durch einstweilige Verfügung aufzugeben,
die beigefügte Gegendarstellung des Antragstellers in ihrer
nächsten regulären Ausgabe (Print/Online) zu veröffentlichen,
und zwar in gleicher Aufmachung wie der beanstandete Artikel
ohne kommentierende Zusätze.
Eilbedürftigkeit:
Die beanstandete Behauptung wurde am [Datum] veröffentlicht.
Die Verletzung ist aktuell und die nächste Ausgabe erscheint
am [Datum]. Ohne sofortigen Erlass besteht keine Möglichkeit
mehr, zeitnah Gegendarstellung zu veröffentlichen.
Verfügungsanspruch:
§ [N] LPG [Bundesland]: Gegendarstellungsanspruch ist gegeben
[Kurzbegründung].
Beweis: Anlage K1: beanstandeter Artikel; Anlage K2: Gegendarstellungsschreiben; Anlage K3: Einschreiben-Rückschein; Anlage K4: Ablehnungsschreiben/Protokoll.
[Ort, Datum, Unterschrift]
--- vor Versand klaeren ---
Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]
Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]
Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]
Beweislast
Konstellation
Beweislast
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keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren
Betroffenheit
Antragsteller; bei namentlicher Nennung offensichtlich; bei Kollektivbezeichnung durch Eingrenzung des Kreises
Unrichtigkeit der Behauptung
Antragsteller muss im Gegendarstellungstext eigene gegenläufige Tatsache formulieren; nicht: nachweisen, dass Medium falsch liegt
Fristwahrung
Antragsteller muss Eingang beim Medium innerhalb der Frist nachweisen (Einschreiben, Zugangsbestätigung)
Qualität der Veröffentlichungspflicht
Medium muss Entsprechung in Aufmachung nachweisen; Abweichungen trägt Medium
Fristen und Verjährung
Frist
Inhalt
Norm
2 Wochen
Typische Antragsfrist beim Medium nach Veröffentlichung (je nach Bundesland 2–4 Wochen)
§ 11 LPG NRW u.a.
Nächste reguläre Ausgabe
Veröffentlichungspflicht nach Eingang der Gegendarstellung
LPG
Sofort
Eilantrag bei LG nach Verweigerung; Aktualität schwindet schnell
§§ 935, 940 ZPO
3 Jahre
Schadensersatz § 823 BGB: Verjährung ab Kenntnis
§ 195 BGB
30 Jahre
Geldentschädigung bei sehr schwerer Persönlichkeitsverletzung ohne Kenntnis des Täters
§ 199 Abs. 2 BGB
Typische Gegenargumente
Gegenargument
Erwiderung
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keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren
"Die Gegendarstellung ist zu lang"
LPG-Grundsatz: Gegendarstellung soll nicht länger als der beanstandete Beitrag sein; kürzerer Artikel = kürzere Gegendarstellung zulässig
"Der Beitrag enthält weitere Informationen die wir kommentieren dürfen"
Gegendarstellungsveröffentlichung ohne Kommentar; Anmerkung erst in separater Ausgabe/nachfolgendem Abschnitt zulässig
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"Frist überschritten; kein Gegendarstellungsanspruch mehr"
Fristversäumnis schließt nur LPG-Gegendarstellungsanspruch aus; Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche §§ 823, 1004 BGB bleiben bestehen
Streitwert / Kosten
Position
Berechnung
Streitwert einstweilige Verfügung
Typisch EUR 15.000–30.000 je nach Reichweite des Mediums und Schwere der Verletzung
Anwaltsgebühren bei Streitwert EUR 20.000
Ca. EUR 2.200 netto (VV-RVG 2300; Verfahrens- und Terminsgebühr)
Einstweilige Verfügung LG
Gerichtsgebühren nach GKG 0.5-fach im einstweiligen Verfügungsverfahren
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keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren
Schadensersatz wirtschaftlicher Schaden
Konkret: Verdienstausfall, Kundenverlust; durch Belege nachzuweisen
Strategische Empfehlung
Situation
Empfehlung
Klare falsche Tatsache, aktueller Bericht
Sofortige Gegendarstellung; parallel Unterlassungsschreiben; dann je nach Reaktion EV
Grenzfall Meinung/Tatsache
Vorsichtiger Ansatz: Unterlassungsschreiben statt Gegendarstellung; Gegendarstellung bei Ablehnung riskiert Ablehnung durch Gericht
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Wirtschaftlicher Schaden durch Bericht
Parallel zu Gegendarstellung: Schadensersatzanspruch § 823 BGB vorbereiten; Belege sichern
Rechtsprechung live prüfen
keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren
Anschluss-Skills
urheber-abmahnung-pruefen – wenn Medieninhalt zugleich urheberrechtlich relevant ist
fachanwalt-urheber-medienrecht-mod-erklaerung – Unterlassungserklärung bei presserechtlichen Ansprüchen
Quellen
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Triage-Fragen bei Gegendarstellungs-Mandat
Bevor der Gegendarstellungsanspruch geltend gemacht wird, klaere:
Handelt es sich um eine Tatsachenbehauptung (Gegendarstellungsrecht) oder eine Meinungsaeusserung (nur § 1004 BGB i.V.m. §§ 823 I BGB)?
Ist die Gegendarstellung unmittelbar an den Veroeffentlichungsort gerichtet (§ 11 LPG des betreffenden Bundeslandes)?
Ist die Frist fuer die Gegendarstellung eingehalten (in den meisten Bundeslaendern: 3 Monate ab Kenntnis)?
Ist die Gegendarstellung auf den Kern der falschen Tatsachenbehauptung beschraenkt (keine eigene Stellungnahme oder Kommentar)?
Aktuelle Rechtsprechung
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.