| name | ki-kompetenz-erwerb-plan |
| title | KI-Kompetenz Erwerb Plan |
| description | KI-Kompetenz-Schulungsplan für Kanzleien nach Art. 4 KI-VO erstellen: Anwendungsfall Kanzlei muss seit 2. Februar 2025 sicherstellen dass Personal ausreichend KI-Kompetenz hat. Art. 4 KI-VO KI-Kompetenz-Pflicht Betreiber, EU-FAQ KI-Kompetenz. Prüfraster technisches Grundwissen, praktische Anwendung in Sandbox, strukturierte bedarfsgerechte Schulungsmodule, Dokumentation Schulungsteilnahme, jaehrliche Aktualisierung. Output Schulungsplan-Vorlage mit Modulen, Zeitplan und Dokumentations-Nachweis. Abgrenzung zu Richtlinien-Skelett und zu Compliance-Regelsatz. |
| author | Klotzkette |
| author_url | https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/ki-richtlinie-kanzleien/skills/ki-kompetenz-erwerb-plan |
| license | Apache-2.0 |
| version | 0.1.0 |
| execution_mode | open |
| jurisdiction | eu |
| practice | regulatory |
| language | de |
KI-Kompetenz Erwerb Plan
Art. 4 KI-VO verpflichtet Betreiber von KI-Systemen, sicherzustellen, dass ihr Personal über ausreichende KI-Kompetenz verfügt. Diese Pflicht gilt seit dem 2. Februar 2025. Der Skill beschreibt, wie ein praxistauglicher Schulungsplan für Kanzleien aufgebaut werden kann, der dieser Pflicht gerecht wird.
Rechtlicher Hintergrund
Art. 4 KI-VO: Pflicht zur KI-Kompetenz — kontextspezifisch, keine formale Zertifizierungspflicht, aber Maßnahmen "nach besten Kräften" erforderlich. Art. 3 Nr. 56 KI-VO: Definition KI-Kompetenz — Fähigkeiten, Kenntnisse und Verständnis für sachkundigen KI-Einsatz sowie Bewusstsein für Chancen und Risiken. Erwägungsgrund 20 KI-VO: KI-Kompetenz soll Betreiber befähigen, fundierte Entscheidungen über KI-Systeme zu treffen. Art. 26 Abs. 5 KI-VO: Bei Hochrisiko-Systemen muss der Betreiber sicherstellen, dass das zuständige Personal über die notwendige Kompetenz, Schulung und Autorität verfügt. § 43 BRAO: Gewissenhaftigkeit schließt kompetenten Umgang mit genutzten Hilfsmitteln ein. Haftungsrisiko: Mangelnde KI-Kompetenz kann bei Kausalität für einen Schaden Haftungsfolgen auslösen.
Vorgehen
- Kompetenzniveau erfassen: Bestandserhebung — welche KI-Kenntnisse haben Mitarbeitende bereits? Strukturierte Selbsteinschätzung oder kurzer Test.
- Schulungsmodule entwickeln: Mindestens drei Module: (a) Grundlagenmodul — Was ist KI, wie funktioniert sie, welche Risiken gibt es? (b) Rechtliches Modul — DSGVO, Berufsrecht, KI-VO-Grundlagen. (c) Praxismodul — Sicherer Umgang, Quellenprüfung, Prompt-Techniken.
- Sandbox-Umgebung einrichten: Vor dem produktiven Einsatz üben Mitarbeitende in einer Testumgebung mit fiktiven Akten und anonymisierten Daten.
- Schulungen dokumentieren: Teilnahme, Inhalte, Datum und Schulende/Schulender schriftlich festhalten; Unterschrift der Teilnehmenden.
- Jährliche Aktualisierung: KI-Technologie und Rechtslage entwickeln sich schnell; mindestens einmal jährlich Schulungsunterlagen und -inhalte aktualisieren.
- Differenzierung nach Rolle: Anwälte brauchen tiefere rechtliche und kritische Kompetenz; nicht-anwaltliche Mitarbeitende brauchen vor allem praktische Regeln und Warnsignale.
Vorlagentext / Bausteine
Baustein Schulungsplan-Grundstruktur:
Modul 1 — Grundlagenkompetenz (2 Stunden):
Themen: Funktionsweise generativer KI-Systeme, Unterschied regelbasierte Systeme vs. neuronale Netze, Stärken und Grenzen von KI-Systemen, das Halluzinationsproblem, Überblick KI-Anbieter auf dem Markt.
Modul 2 — Rechtliches Basiswissen (2 Stunden):
Themen: DSGVO-Grundsätze beim KI-Einsatz, anwaltliche Verschwiegenheit und KI (§ 43a BRAO, § 43e BRAO, § 203 StGB), KI-VO-Grundlagen (Art. 3 Nr. 4 Betreiber, Art. 4 KI-Kompetenz), urheberrechtliche Grenzen beim Upload, Compliance-Regelsatz der Kanzlei.