| name | kanzlei-kontext-analyse |
| title | Kanzlei-Kontext-Analyse |
| description | Kanzlei-Kontext erfassen für massgeschneiderte KI-Nutzungsrichtlinie: Anwendungsfall vor Erstellung einer KI-Richtlinie muss Groesse Rechtsgebiete Mandantenstruktur IT-Infrastruktur und Syndikus-Inhouse-Besonderheiten des Mandanten analysiert werden. § 43e BRAO IT-Dienstleister, Art. 4 KI-VO KI-Kompetenz, DSGVO Datenschutzbeauftragter. Prüfraster Kanzleigroesse, Rechtsgebiete mit Hochrisiko-Potential, internationale Mandate, bestehende Tools, Tailoring-Bedarf. Output Kanzlei-Kontext-Profil als Grundlage für Richtlinien-Erstellung. Abgrenzung zu Richtlinien-Skelett-Erzeugen und zu Compliance-Regelsatz. |
| author | Klotzkette |
| author_url | https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/ki-richtlinie-kanzleien/skills/kanzlei-kontext-analyse |
| license | Apache-2.0 |
| version | 0.1.0 |
| execution_mode | open |
| jurisdiction | de |
| practice | regulatory |
| language | de |
Kanzlei-Kontext-Analyse
Bevor eine KI-Nutzungsrichtlinie erstellt oder angepasst wird, muss der konkrete Kanzlei-Kontext systematisch erfasst werden. Größe, Rechtsgebiete, Mandantenstruktur und vorhandene IT-Infrastruktur bestimmen maßgeblich, welche Anforderungen an Datenschutz, Berufsrecht und Compliance gelten und wie streng die Richtlinie ausgestaltet sein muss.
Rechtlicher Hintergrund
Die DSGVO verpflichtet Verantwortliche nach Art. 5 Abs. 2 DSGVO zur Rechenschaft über die Einhaltung ihrer Pflichten. § 43 BRAO verpflichtet zur gewissenhaften Berufsausübung, was eine angemessene organisatorische Ausstattung einschließt. Art. 4 KI-VO verlangt kontextspezifische KI-Kompetenz, also auf das konkrete Einsatzszenario zugeschnittene Kenntnisse. Für Syndikus-Anwälte gelten zusätzlich §§ 46 ff. BRAO mit besonderen Verschwiegenheitsregelungen gegenüber dem Arbeitgeber.
Vorgehen
- Organisationsstruktur erfassen: Anzahl der Berufsträger (Anwälte, Syndici, Referendare), Anzahl und Art der nicht-anwaltlichen Mitarbeitenden, Standorte (national/international).
- Rechtsgebiete identifizieren: Welche Bereiche werden bearbeitet (Arbeitsrecht, Strafrecht, Datenschutzrecht, M&A, Familienrecht)? Manche Bereiche (z.B. Strafrecht, Familienrecht) erfordern besonders strenge Anonymisierungspflichten.
- Mandantenstruktur analysieren: Privatpersonen vs. Unternehmensmandate; grenzüberschreitende Mandate (Drittlandtransfer-Risiko); Mandate mit sensiblen Daten nach Art. 9 DSGVO.
- IT-Infrastruktur inventarisieren: Welche KI-Dienstleister werden bereits genutzt oder geplant? Bestehen Auftragsverarbeitungsverträge (AVV)? Welche Cloud-Dienste laufen bereits?
- Berufsrechtliche Besonderheiten klären: Sind Syndikus-Anwälte beteiligt (§§ 46 ff. BRAO)? Gibt es einen Datenschutzbeauftragten oder Berufsrechtsbeauftragten (§ 31 BORA)?
- Risikoexposition bewerten: Aus den erfassten Informationen ergibt sich das Richtlinien-Profil: Kleinkanzlei mit wenigen Mandaten benötigt eine schlanke Richtlinie; Großkanzlei mit internationalen Mandaten benötigt umfassende Regelwerke inklusive Drittland-Transfer-Regelungen.
Vorlagentext / Bausteine
Checkliste Kanzlei-Kontext (Musterfragen):
- Wie viele zugelassene Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind in der Kanzlei tätig?
- Gibt es Syndikus-Anwältinnen oder -Anwälte nach §§ 46 ff. BRAO?
- In welchen Rechtsgebieten ist die Kanzlei schwerpunktmäßig tätig?
- Werden Mandate mit besonders sensiblen personenbezogenen Daten bearbeitet (z.B. Strafrecht, Familienrecht, Gesundheitsrecht)?
- Gibt es internationale Mandate, bei denen Daten in Drittstaaten übermittelt werden könnten?