| name | restrukturierungsplan-architektur-paragraph-7ff-starug |
| title | Restrukturierungsplan — Architektur nach §§ 7 ff. StaRUG |
| description | StaRUG-Restrukturierungsplan nach §§ 7 ff. StaRUG architektieren: Schuldner oder Berater plant außergerichtliche Sanierung unter StaRUG. Normen: §§ 7 ff. StaRUG (Planbestandteile), § 9 StaRUG (Gruppenbildung), § 25 StaRUG (Mehrheitserfordernisse), § 60 StaRUG (gerichtliche Planbestätigung). Prüfraster: Planbestandteile vollständig, Gruppenbildung nach Gläubiger-Rang, Mehrheitserfordernisse, Schlechterstellungsverbot § 30 StaRUG. Output Restrukturierungsplan-Entwurf-Geruest, Gruppen-Matrix, Zeitplan. Abgrenzung: Cram-Down siehe cross-class-cram-down-und-absolute-priority; Stabilisierungsanordnung siehe stabilisierungsanordnung-und-vollstreckungssperre. |
| author | Klotzkette |
| author_url | https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/krisenfrueherkennung-starug/skills/restrukturierungsplan-architektur-paragraph-7ff-starug |
| license | Apache-2.0 |
| version | 0.1.0 |
| execution_mode | open |
| jurisdiction | de |
| practice | bankruptcy |
| language | de |
Restrukturierungsplan — Architektur nach §§ 7 ff. StaRUG
Der Restrukturierungsplan ist das Herzstück des StaRUG-Verfahrens. Er ist das Instrument, mit dem Gläubigerforderungen gestundet, herabgesetzt und umstrukturiert werden können — ohne Insolvenzverfahren, ohne Publizität, ohne öffentliche Schande. Die Voraussetzungen für einen wirksamen Plan sind anspruchsvoll. Wer den Plan schlecht strukturiert, scheitert spätestens an der Abstimmung oder der gerichtlichen Bestätigung. Ein handwerklich sauberer Plan erfordert die enge Verzahnung von betriebswirtschaftlichem Sanierungskonzept und juristischer Planarchitektur.
Rechtsgrundlagen
- §§ 7-14 StaRUG (Inhalt des Restrukturierungsplans)
- § 9 StaRUG (Gruppenbildung)
- §§ 17-24 StaRUG (Planabstimmung)
- § 25 StaRUG (Mehrheitserfordernisse)
- § 26 StaRUG (gerichtliche Planbestätigung — Cross-Class-Cram-Down)
- §§ 27-29 StaRUG (Bestätigungsvoraussetzungen)
- § 30 StaRUG (Schlechterstellungsverbot)
- § 31 StaRUG (Obstruktionsverbot)
- IDW S 6 (Sanierungskonzept als Plangrundlage)
Pflichten
1. Planbestandteile — §§ 7-14 StaRUG
Der Restrukturierungsplan besteht aus zwei zwingenden Teilen:
Darstellender Teil (§ 7 StaRUG):
- Beschreibung der wirtschaftlichen Lage des Schuldners
- Ursachen der Krise
- Maßnahmen zur Restrukturierung
- Auswirkungen auf die Beteiligten
- Angaben zur Finanzierung des Plans
Gestaltender Teil (§ 8 StaRUG):
- Konkrete Gestaltung der Rechte der Planbetroffenen (Stundung, Erlass, Umwandlung)
- Gruppenbildung (§ 9 StaRUG)
- Regelungen für jeden Beteiligten
Plananlagen (§ 14 StaRUG):
- Vergleichsrechnung (Besserstellung gegenüber Insolvenz)
- Fortführungsprognose / integrierter Finanzplan (mind. 24 Monate)
- Erklärungen nach § 14 Abs. 1 StaRUG
2. Gruppenbildung — § 9 StaRUG
Die Gruppenbildung ist das rechtliche Grundgerüst des Plans:
Pflichtgruppen:
- Gruppe der gesicherten Gläubiger (Absonderungsrechte)
- Gruppe der nicht nachrangigen ungesicherten Gläubiger
- Gruppe der Anteilsinhaber (Gesellschafter)
Fakultative Gruppen (nach Interessenlage sinnvoll):
- Arbeitnehmer (wenn ihre Forderungen gestaltet werden)
- Kleingläubiger (Vereinfachungsgruppe, Grenzwert frei wählbar)
- Operationelle Gläubiger (strategisch wichtige Lieferanten)