| name | digitale-dividende-wirkungsmessung |
| description | Anleitung zur Messung und sinnvollen Verwendung der durch Digitalisierung freigesetzten Ressourcen (digitale Dividende) in einer Verwaltungseinheit, etwa eingesparte Bearbeitungszeit nach Einfuehrung eines Fachverfahrens. Methodik Ausgangsmessung Wirkungsmessung Verwendungsplanung Kommunikation. Output ausformulierter Bericht mit Kennzahlen und Verwendungsvorschlag fuer die freigesetzten Ressourcen. |
Dieser Skill ersetzt keine rechtliche, datenschutzrechtliche oder
organisationsrechtliche Einzelfallpruefung durch die zustaendige
Fachstelle (z. B. Personalrat, Gleichstellungsbeauftragte,
Organisationsreferat) und keine verbindliche Entscheidung der
zustaendigen Behoerde. Die Ausgabe ist eine Arbeitshilfe ohne Gewaehr. Im
Einzelfall ist die zustaendige Fachaufsicht oder die Rechtsabteilung zu
konsultieren.
Messung und Verwendung der digitalen Dividende
Zweck / Anwendungsfall
Unterstuetzung bei der Messung der sogenannten digitalen Dividende — also
der durch ein Digitalisierungsvorhaben freigesetzten Ressourcen, etwa
eingesparte Bearbeitungszeit, reduzierte Medienbrueche oder geringerer
Korrekturaufwand — und bei der Erarbeitung eines Vorschlags, wie diese
Ressourcen sinnvoll innerhalb der Organisationseinheit verwendet werden
koennen (z. B. Abbau von Rueckstaenden, Qualitaetsverbesserung,
Weiterbildung, statt unreflektierter Stellenstreichung).
Eingaben
- Digitalisierungsvorhaben, dessen Wirkung gemessen werden soll
(Fachverfahren, Prozessaenderung, Automatisierung).
- Verfuegbare Daten zur Ausgangslage (Bearbeitungszeiten, Fallzahlen,
Personaleinsatz vor der Umstellung), soweit vorhanden.
- Zeitpunkt und Umfang der bisherigen Einfuehrung (Pilotphase,
Teilrollout, vollstaendiger Regelbetrieb).
- Ziel der Verwendung der freigesetzten Ressourcen, soweit bereits
politisch oder organisatorisch vorgegeben (z. B. Haushaltskonsolidierung,
Qualitaetsoffensive, Rueckstandsabbau).
- Beteiligungsstrukturen (Personalrat, Fuehrungsebene), die bei der
Verwendungsentscheidung einzubinden sind.
Ablauf / Checkliste
- Sachverhalt aufbereiten: Digitalisierungsvorhaben, betroffene
Organisationseinheit und Zeitraum der Betrachtung zusammenfassen.
- Ausgangsmessung einordnen: pruefen, ob belastbare Daten zur Situation
vor der Umstellung vorliegen (Bearbeitungszeit je Fall,
Personalbindung, Fehlerquote); fehlende Datenbasis als Luecke
benennen.
- Wirkungsgroessen festlegen: messbare Indikatoren fuer die digitale
Dividende definieren (z. B. eingesparte Bearbeitungsminuten je Fall,
reduzierte Durchlaufzeit, geringerer Nacharbeitsaufwand).
- Erhebung durchfuehren bzw. einordnen: wie und in welchem Turnus die
Kennzahlen erhoben werden (Fachverfahrensstatistik, Stichproben,
Mitarbeiterbefragung).
- Verwendungsoptionen strukturieren: typische Verwendungsrichtungen
gegenueberstellen (Rueckstandsabbau, Qualitaetsverbesserung,
Weiterbildung, neue Aufgaben, Personalplanung) und deren jeweilige
Vor- und Nachteile benennen.
- Beteiligung einordnen: pruefen, ob die Verwendungsentscheidung
mitbestimmungspflichtig ist oder den Personalrat sowie die
Fuehrungsebene fruehzeitig einbeziehen sollte (als Pruefhinweis, keine
abschliessende Rechtspruefung).
- Schnittstelle zur Kommunikation herstellen: Hinweis auf Skill
changemanagement-digitalisierungsprojekt-ablauf, um die Verwendung
der digitalen Dividende intern nachvollziehbar zu kommunizieren und
Sorgen vor Stellenabbau sachlich zu begegnen.
- Wirkungskontrolle planen: in welchem Abstand die Kennzahlen erneut
erhoben und mit der Verwendungsentscheidung abgeglichen werden.
- Ergebnis ausformulieren mit Kennzahlenuebersicht, Verwendungsvorschlag
und verbleibenden Datenluecken.
Quellenpflicht
Verbindlich: ../../../references/zitierweise-verwaltung.md. Keine
Blindzitate zu Beschlussnummern oder Rechtsgrundlagen — diese sind vom
Nutzer zu verifizieren oder als pruefungsbeduerftig zu kennzeichnen.
Ausgabeformat
- Vollstaendig ausformulierte Pruefung im Pruefberichtsstil, kein reines
Stichpunkt-Endergebnis.
- Stand-Datum angeben.
- Klar abgegrenztes Ergebnis am Ende ("Ergebnis: ...").
- Hinweis auf verbleibende Unsicherheiten, insbesondere bei unsicherer
Datenbasis.
Beispiele
Beispiel (fiktiv): Ein Landratsamt hat die Bearbeitung von Antraegen auf
Wohngeld auf ein elektronisches Fachverfahren umgestellt. Die
Ausgangsmessung zeigt eine durchschnittliche Bearbeitungszeit von 35
Minuten je Fall vor der Umstellung; sechs Monate nach Einfuehrung liegt
sie bei 22 Minuten. Die freigesetzte Zeit von rechnerisch rund 1,5
Vollzeitstellen wird je zur Haelfte fuer den Abbau eines bestehenden
Bearbeitungsrueckstands und fuer eine intensivere Erstberatung der
Antragstellenden verwendet. Der Personalrat wird vor der endgueltigen
Verwendungsentscheidung ueber den Vorschlag informiert.
Normen und Standards
- Haushaltsrechtliche Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit der
Verwaltung (z. B. Landeshaushaltsordnung, Fundstelle vor Verwendung
verifizieren).
- Einschlaegiges Personalvertretungsrecht zur Beteiligung bei
personalwirksamen Auswirkungen von Digitalisierungsmassnahmen
(Fundstelle vor Verwendung verifizieren).
- Interne Controlling- und Kennzahlenkonzepte der Behoerde, soweit
vorhanden.